Drei Freunde treffen sich mit Pauke, Handorgel und Trommel. Von der Claramatte aus zieht das kostümierte Trio durch die Innenstadt. Schon bald gesellen sich weitere Kameraden dazu: 1936 formt sich zum allerersten Mal die Guggenmusik «Orginal Chnulleri».

Ein Chnulleri sei ein vornehmer Trinker aus dem Kleinbasel. «Kein Säufer», wie Sascha Hirschi, Obmann der «Orginal Chnulleri», zu verstehen gibt. Wie der Name entstanden ist, ist nicht genau überliefert. Sie sind gemäss Hirschi die älteste Guggenmusik, die seit der Gründung durchgehend Fasnacht betreibt. Älter seien nur die «Jeissy Miggern», welche aber einen Unterbruch in ihrer Historie aufweisen würden.

«Die Steinen wird voll sein»

An der diesjährigen Fasnacht feiern Hirschi und seine Kameraden den 80. Geburtstag ihrer Guggenmusik. Im Restaurant Küchlin wird heute die Nacht zum Tag gemacht. Verschiedene Guggenmusiken der IG Guggen, welcher sie seit 1951 selber angehören, sowie der FG Guggen, geben in der Steinen ein Ständchen zum Besten. Querbeet durchs Fasnachtsrepertoire treten Guggen auf, wie die «Schränz Gritte», «Negro Rhygass», «Schrumpfköpfe» oder die «Schlangefänger». Knapp 20 Guggen habe man eingeladen. «Es wird ein lustiger Abend mit viel gutem Guggensound. Die Steinen wird voll sein», verspricht Hirschi. Mit einem verschmitzten Lächeln fügt er an: «Wer uns kennt, weiss, dass wir ein gutes Fest feiern können. Wer uns nicht kennt, wird es schnell merken.»

Erst Fusion, dann Abspaltung

In der 80-jährigen Historie sind zahlreiche Hochs und Tiefs zu verzeichnen. «Der ZDF-Auftritt in den 50er-Jahren mit dem berühmten Big-Band-Leader Max Greger war sicher ein Highlight. Es war der erste Auftritt im Ausland», erzählt Hirschi. Als absoluten Tiefpunkt erwähnt er das Herzversagen eines Mitglieds während eines Bummelsonntags.

Eine weitere Begebenheit prägt die «Orginal Chnulleri» langfristig: In den 90er-Jahren gibt es mitgliedermässig einen Boom, als man mit den «Dalbaneesen» fusioniert. Ohne Probleme klappte das beim neu zusammen gewürfelten Verein aber nicht. Zwei Vereine mit zwei Vorstellungen vom «Fasnacht machen». Diese Diskrepanzen führen zu einer grösseren Abspaltung.

Das ist fast zwanzig Jahre her. 22 männliche Aktive zählen die «Orginal Chnulleri» heute. Der Bestand ist seit Jahren unverändert. «Das hat mit der gleichen Vorstellung über die Art und Weise zu tun, wie wir Fasnacht feiern – das funktioniert», so Hirschi. Die «drey scheenschte Dääg» wolle man weiterhin ohne Frauen verbringen. «Wir haben unsere Frauen gern, aber das ist unser Männerding», führt Hirschi mit einem Schmunzeln fort.

Die diesjährige Fasnacht ist für Hirschi selbst ein persönliches Highlight: «Mein Vater gehörte jahrelang zu den Orginal Chnulleri. Als ich vor fünf Jahren angefangen habe, war er jedoch nicht mehr aktiv mit dabei. Anlässlich des 80. macht er wieder mit.» Die erste gemeinsame Fasnacht erreicht heute ihren Höhepunkt.

Die «Orginal Chnulleri» spielen am Dienstagabend am Guggenkonzert auf dem Barfüsserplatz um ca. 22 Uhr.

Die Geburtstagsfeier ist öffentlich und beginnt um 22.45 Uhr im Restaurant Küchlin (Steinenvorstadt).