Der Widerstand gegen die vergangene Woche präsentierten Pläne der gemeinsamen Spitalgruppe des Basler Unispitals und des Kantonsspitals Baselland nimmt zu. Mit der Ärztegesellschaft Baselland (AeGBL) übt nun eine Gruppierung Kritik, der man eine gewisse Expertise auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung nicht absprechen kann. Zudem hat der Berufsverband der Baselbieter Ärzteschaft mit seiner Medienmitteilung zugewartet, bis er den Grundlagenbericht der Spitalgruppe «exakt unter die Lupe genommen» hatte. Zwar betont die AeGBL, dass der Bericht in vielen Teilen ihre Vorstellungen erfülle und sie die engere Zusammenarbeit der beiden Basel schon lange unterstütze. Dennoch gebe es Differenzen.

Rückzug der Initiative?

Konkret sorgen sich die Ärzte, dass die Kantone mit den Umbau-Plänen fürs Bruderholzspital zu schnell auf die stationäre Grundversorgung des unteren Baselbiets verzichten. «Da die Dynamik des Wandels im Gesundheitswesen nach wie vor konstant hoch – und deshalb schwer berechenbar – ist, ist eine Prognose zur Situation in zehn Jahren äusserst schwierig», schreibt die AeGBL. Deshalb schlägt sie zwei Anpassungen vor, die auch den Initianten der Bruderholz-Initiative gefallen dürften:

Die stationäre Grundversorgung am Standort Bruderholz soll sicher bis 2026 fortgeführt werden. Dies zwar auch mit einer gewissen Bettenreduktion und ohne Intensivpflegestation, aber dafür mit der Option, diese Strukturen noch länger beizubehalten, sollten die Zuweisungszahlen den Bedarf belegen. Auch soll eine Notfallstation für leichte und mittlere Fälle erhalten bleiben.

Die Regierungen sehen vor, dass 2026 die ganze Transformation zur Spitalgruppe abgeschlossen ist, und das «Hölzli» eine Tagesklinik mit Orthopädie- sowie Reha-Schwerpunkt, einem kleinen Bettenhaus und nur noch einer Permanence-Notfall-Klinik mit eingeschränkten Öffnungszeiten wird. Die Ärztegesellschaft ist überzeugt davon, dass dank ihres Kompromisses die Bruderholz-Initiative zurückgezogen würde. (mn)