Eigentlich sind die Leimentaler Hausärzte einverstanden mit der künftigen Ausrichtung des Bruderholzspitals. «Schon lange» unterstützen sie eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen dem Kantonsspital Baselland (KSBL) und dem Universitätsspital Basel (USB). Doch was die beiden Basler Gesundheitsdirektoren Ende Juni verkündet haben, geht aus Sicht des einflussreichen Ärztevereins Leimental zu weit: In einem offenen Brief an Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) wehren sie sich gegen die Absicht, im Rahmen des Zusammenschlusses zu einer gemeinsamen Spitalgruppe im Bruderholzspital den stationären Bereich der Grundversorgung zu schliessen und stattdessen künftig nur noch eine chirurgische Tagesklinik zu führen.

«Dieses Vorhaben steht im Gegensatz zu den Interessen der Patientinnen und Patienten in der Region», schreibt der Vorstand des Ärztevereins. Präsident Erich Planta, Allgemeinmediziner in Witterswil, kritisiert: «Dies würde für die stationäre Akutversorgung des unteren Baselbieter Kantonsteils grosse Konsequenzen haben und die stationäre, erweiterte Grundversorgung des bevölkerungsreichsten Teils des Kantons, Birseck und Leimental, massiv gefährden.»

Gynäkologie müsste auch schliessen

Die Leimentaler Hausärzte machen zudem auf konkrete Folgen eines solchen Leistungsabbaus aufmerksam: Mit dieser Lösung drohe der Verlust der gut erreichbaren Notfallstation, der stationären medizinischen Abklärung und Betreuung, der Rehabilitationsstation, der Abklärung und Betreuung der zunehmend älteren Patientinnen und Patienten sowie der verschiedenen chirurgischen und spezialärztlichen Stationen und der Schliessung von Geburtshilfe und Gynäkologie.

Letzteres würde gerade Laufentaler Frauen zu noch längeren Wegen zur Spital-Entbindung zwingen, nachdem auch im Spital Laufen die Geburtshilfe keine Zukunft mehr hat. Zudem weisen die Leimentaler Ärzte darauf hin, «dass uns von Seiten des Verwaltungsratspräsidenten und der Direktion des KSBL versichert wurde, dass am Standort Bruderholz an einer A-Klinik mit erweiterten Grundversorgung festgehalten werde».

Eine Stellungnahme der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion zu diesem offenen Brief steht noch aus.