Denn auch in beiden Basel präsentiert sich das gleiche Bild wie gesamtschweizerisch: Seit dem Ende des letzten Zulassungsstopps im Dezember 2011 stieg die Zahl der Zulassungen sprunghaft an, wie die neu erteilten Zahlstellenregister-Nummern (ZSR) zeigen. Ohne eine ZSR-Nummer können Leistungen nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Verdoppelt in 18 Monaten

Laut Santésuisse waren es 2012 56 Zulassungen in Basel-Stadt, respektive 49 im Baselland. Allein im ersten Halbjahr 2013 schnellte die Anzahl neuer Zulassungen in der Stadt auf 74. In Baselland wurden im gleichen Zeitraum 54 ZSR-Nummern vergeben. Zum Vergleich: 2011 waren es pro Halbkanton je 34 Zulassungen.

Die Ärzteflut trifft besonders urbane Grenzkantone, die das Gesetz entsprechend rasch umsetzen wollen. «Die Umsetzung wird auf der Linie des Bundesrates sein», sagt Jürg Dietzig, Mediensprecher des Basler Gesundheitsdepartementes auf Anfrage. Wie rigoros der Zulassungsstopp ausfallen wird, könne er noch nicht sagen. «Bis Ende der Sommerferien sollte ein Vorschlag vorliegen», sagt Dietzig weiter.

Für eine Stellungnahme, wie die Umsetzung im Kanton Baselland aussehen soll, war in der Ferienzeit niemand erreichbar.

Längerfristige Lösung steht aus

Der erneute Zulassungsstopp für Spezialisten geht auf einen Beschluss der eidgenössischen Räte in der Sommersession zurück. Die Zulassungsbeschränkung ist auf drei Jahre befristet; parallel dazu soll eine längerfristige Lösung erarbeitet werden. Ausgenommen sind Fachärzte der Allgemeinen Medizin, der Inneren Medizin sowie der Kinder- und Jugendmedizin. Der Blick in die Statistik zeigt, dass es seit 2012 auch dort mehr Zulassungen gab. Diese sind allerdings mehr als nur erwünscht – um dem Mangel an Grundversorgern entgegen zu wirken.

Trotz Zulassungsstopp kann jeder Kanton eine Zulassung für Spezialistenpraxen erteilen. Dies geschieht bedarfsabhängig, damit die Patientenversorgung gesichert werden kann. Wie viele das maximal pro Spezialistengruppe sein sollten, gibt der Bund in einer Verordnung vor.