Es war kein angenehmer Morgen für die Angestellten der heilpädagogischen Schule in Münchenstein: Dutzende von Kindern klagten am Donnerstag gleichzeitig über Übelkeit, auch das Betreuungspersonal blieb nicht verschont. Schulleiter Adam Schmid bestätigt den Vorfall auf Anfrage der bz.

Schon im Schulbus hätten einige Kinder erbrechen müssen, und im Laufe des Vormittags zeigten immer mehr Kinder Symptome. «Das habe ich in meinen 30 Jahren als Schulleiter noch nie erlebt», erzählt Schmid. «Als wir sahen, dass so viele Kinder gleichzeitig krank sind, informierten wir den Kanton.»

Von dort kam postwendend die Rückmeldung: Die Kinder seien möglichst schnell nach Hause zu schicken, die Schule für die nächsten Tage zu schliessen. «Das war gar nicht so einfach» so Schmid. «Schliesslich sind wir eine Tagesschule, und wir konnten nicht sofort alle Eltern erreichen.» Um 14.30 sei die Schule schliesslich leer gewesen.

Hohe Ansteckungsgefahr

Nach Rücksprache mit dem Kanton wird am Mittwochmorgen entschieden, ob die Schule diese Woche nochmals geöffnet wird oder bis zu den Ferien geschlossen bleibt. Einige Kinder seien seit Donnerstag noch erkrankt. Schmid will nach dem Vorfall die Eltern einmal mehr sensibilisieren. «Es ist wichtig, dass Eltern ein Kind nicht in die Schule schicken, wenn es über Unwohlsein klagt.»

An dem Vorfall in Münchenstein war der Norovirus schuld. Das erklärt Rolf Wirz, Mediensprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Baselland. Mittlerweile liegen der Schule zwei positive Proben vor, was vermuten lässt, dass bei allen Erkrankten der Norovirus der Krankheitsgrund ist. Der Norovirus ist extrem ansteckend. «Es wird nicht nur per Händedruck oder durch sonstigen engen Kontakt übertragen, sondern nach Erbrechen auch durch die Luft auf Personen in der unmittelbaren Umgebung.»

In Münchenstein waren bis Schulschluss am Donnerstag insgesamt 35 Personen erkrankt – 25 Kinder und 10 Erwachsene. Dass eine Institution wegen Noroviren geschlossen werden muss, kommt trotz der hohen Ansteckungsgefahr selten vor: «Das letzte Mal ist das im Jahr 2015 passiert, damals war eine Kindertagesstätte in Aesch betroffen.»

Norovirus zurzeit sehr aktiv

Die Schliessung wird in der Regel von der Schule beantragt. Wenn viele Kinder gleichzeitig erkranken, kann so die Infektionskette durchbrochen werden. Die geschlossen Schule in Münchenstein wird nun gründlich gereinigt, vor allem die Toiletten- und Waschräume.
Das Norovirus ist momentan sehr aktiv im Kanton Baselland. «Verschiedene Institutionen wie Altersheime sind betroffen», erklärt Wirz. Damit sich das Norovirus an Schulen nicht ausbreitet, empfiehlt die Gesundheitsdirektion Baselland, Kinder bis 48 Stunden nach Abklingen von Symptomen nicht in die Schule zu schicken.