15 Mountainbike-Routen, primär Touren mit demselben Start- und Zielort, alle in zwei bis vier Stunden zu bewältigen, verteilt übers ganze Kantonsgebiet. Das ist das jüngste Projekt von Baselland Tourismus – die Mountainbike-Karte Baselland, die zusammen mit Trailnet Region Nordwestschweiz realisiert wird. Dieser Verein setzt sich fürs Biken in der Region ein und dient als Kommunikationsschnittstelle zwischen Behörden und Projekten. Er wirkte auch bei den Singletrails in Arlesheim/Muttenz und Sissach mit.

«Alles, was Gott verboten hat»

Tobias Eggimann, der Geschäftsführer von Baselland Tourismus, redet von ausschliesslich «legalen» Routen. Auf Singletrail-Karten, die in Buchläden erhältlich seien, «ist alles drauf, was Gott verboten hat», konstatiert er und betont: «Dem wollen wir Einhalt gebieten.» Die neue Karte fürs Baselbiet umfasst nur Routen, die über Strassen und Wege führen, die für Biker auch zugelassen sind. Sie soll Ende Jahr fertiggestellt sein und nächsten Frühling lanciert werden. Die Arbeiten ziehen sich hin. Sie dauern länger als erwartet.

Laut Baselbieter Waldgesetz dürfen Zweiradfahrer auf befestigen Waldstrassen pedalen, sofern sie nicht mit einem Fahrverbot belegt sind. «Die Crux ist, dass dies für Biker mässig spannend ist», weiss Eggimann. Auf der geplanten Karte sind explizit auch Wege mit anspruchsvolleren Passagen eingezeichnet. Dafür wurden die Waldentwicklungspläne konsultiert. Anhand dieser hat Trailnet die Routen konzipiert und mit dem Amt für Wald beider Basel abgestimmt. Ihren Segen dazu gaben weitere kantonale Instanzen wie die Fachstelle für Langsamverkehr oder die Abteilung Natur und Landschaft.

Die Routen führen ebenfalls über engere Waldwege, die nicht dem Kanton gehören. Dafür sind schriftliche Einwilligungen von Grundeigentümern und Bewilligungen der Gemeinden erforderlich, damit die betreffenden Abschnitte als Sportparcours ausgeschieden werden können. Es gibt keine Terrainveränderungen. Signalisiert wird nichts, ausgenommen die bestehenden Anlagen. Antworten sind schon einige eingegangen. Sie werden gemäss Tobias Eggimann nun gesichtet und in einer Übersicht zusammengefasst. «Echte Widerstände sind mir bis jetzt nicht bekannt. Vielleicht braucht es da und dort noch ein Überzeugungsgespräch», meint er. Die 15 Touren verlaufen in etwa der Hälfte aller 86 Baselbieter Gemeinden, bei 17 Kommunen müssen die Bewilligungen noch eingeholt werden.

«Mancher kommt bös auf die Welt»

Dem Geschäftsführer von Baselland Tourismus ist bei diesem Vorhaben auch die Koexistenz wichtig. «Im Wald braucht es die entsprechende Toleranz von allen Gruppen.» Der Mountainbike-Knigge wird Bestandteil der neuen Karte sein. Auf Strecken, wo es viele Spaziergänger hat und eng ist, haben die Projektverantwortlichen bewusst verzichtet. Sie wollten Alternativen schaffen und zeigen, dass das Baselbiet ein tolles, aber coupiertes Mountainbike-Land sei. «Mancher, der denkt, er sei im Flachland, kommt bös auf die Welt», ist sich Eggimann sicher und kündigt an: «Der hiesigen Bevölkerung geben wir ein paar neue Tourenideen.» Die Routenvorschläge können auf Handy und GPS-Geräte geladen werden.

Das neue Werk biete ein paar gute Vorschläge, die standhielten. Zudem würden die Biker auf bewilligten Strecken im Baselbiet kanalisiert, ist Tobias Eggimann überzeugt. Auch das Amt für Wald beider Basel habe ein Interesse daran, dass Fahrer zum Thema Mountainbike eine bessere Handhabe hätten. «Jetzt biken alle ein bisschen überall, aber niemand hat einen Plan, wo er wirklich durchfahren darf.» Das soll sich nun ändern.