Allschwils finanzielle Zukunft sieht nicht rosig aus. Darüber waren sich alle Einwohnerräte einig, als ihnen der Gemeinderat die Finanzplanung bis 2022 präsentierte. Diese sieht jedes Jahr Aufwandüberschüsse vor. Grund sind einerseits der steigende Investitionsbedarf (total fast 50 Millionen Franken), andererseits die kaum beeinflussbaren Kostensteigerungen in den Bereichen Bildung, Alter und Soziales. Die Schulden sollen von heute über 50 auf 71 Millionen Franken im Jahre 2022 steigen. «Wir haben ein strukturelles Defizit», räumte Gemeinderat Franz Vogt (CVP) unumwunden ein.

Von rechts bis links war klar, dass man den Gürtel enger schnallen müsse. Zwar wollte man festhalten am Ziel, die Bevölkerungszahl bis in zehn Jahren auf 23 000 Einwohner zu steigern. Das verband man aber mit dem Aufruf an den Gemeinderat, die Kosten des Wachstums in den Griff zu kriegen. «Wachstum generiert nicht immer nur Ertrag», sagte Florian Spiegel (SVP). «Wir können kaum kontrollieren, wie wir wachsen», meinte Mark Aellen (SP). «Aber wir können uns darauf vorbereiten, dass das Wachstum kommt.» Befürchtet wurde zudem, der enge finanzielle Spielraum mache die Gemeinde zunehmend empfindlich auf unvorhergesehene Entwicklungen.

Doch entgegen dem mehrfach geäusserten Sparwillen fügte der Einwohnerrat dem Budget 2018 neue Ausgaben hinzu. Am meisten schenkte die Erhöhung der tieferen Löhne des Gemeindepersonals um ein Prozent ein, mit 140 000 Franken. Die Linken sahen in der Rücknahme nicht eine Lohnerhöhung, sondern «eine Korrektur», so Jean-Jacques Winter (SP).

Denn vor zwei Jahren hatte Allschwil das Lohnprozent gekürzt, im Zuge der vom Kanton eingeleiteten Sanierung der Baselbieter Pensionskasse. Der Gemeinderat hatte Rücknahme-Anträge in den vergangenen zwei Jahren immer abgelehnt. Diesmal sprach er sich dafür aus, auch wenn Gemeinderat Roman Klauser (SVP) einräumte: «Die Lohnanpassung passt nicht in die Überlegungen zu unserem Budget.» Zudem wurde der Beitrag für Firmen, die als Integrationsmassnahme Arbeitslose beschäftigen, um 50 000 auf 600 000 Franken erhöht.
Diese beiden Budgetanträge kamen nur dank Stichentscheid von Ratspräsident Simon Maurer (SP) durch. Unter dem Strich wurde damit das Defizit des Budgets 2018 auf 2,46 Millionen Franken erhöht.