Die Antwort ist knapp. Aber immerhin ist überhaupt eine Antwort eingetroffen, nach fünf Tagen Wartezeit. «Ich bitte Sie um Verständnis, dass wir für Medienanfragen zurzeit noch nicht zur Verfügung stehen», schreibt das «Secret Garden Team» – und verweist auf www.secret-garden.love. Auf der Webseite werde man «zu gegebener Zeit näher informieren».

Die bz hatte bereits vor Weihnachten nach weiteren Informationen angefragt über das angekündigte Freudenhaus in der leerstehenden Schuh-Müller-Filiale mitten im Dorfzentrum. Schon das Wenige, was bisher bekannt ist, hat in der Gemeinde für Wirbel gesorgt. Die angeblichen Puff-Betreiber künden per März 2018 die Eröffnung eines zweistöckigen Etablissements an – mit Nasszonen, Bar, Events «und vielen Girls».

«Grösserer Club mit mehreren Girls»: Laut der Webseite secret.garden.love kommt das Freudenhaus in das Gebäude in der Mitte, wo sich früher ein Schuhladen befand, an der Adresse Baslerstrasse 46 in Allschwil.

Vor einigen Wochen tauchten in Allschwiler Briefkästen zudem Reklameflyer für das «Secret Garden Wellness & Spa» auf, am für den Rotlicht-Betrieb vorgesehenen Gebäude an der Baslerstrasse 46 prangten Plakate. Anwohner machten sich Sorgen, unter anderem wegen des Parkplatz-Suchverkehrs der zu erwartenden Freiermassen.

Fasnächtler zeigen sich ahnungslos

Ein Umnutzungsgesuch für die Liegenschaft ist bisher keine eingegangen, respektive: ein Umnutzungsgesuch lag zwar vor, wurde jedoch wieder zurückgezogen. Und: Ziel dieser Umnutzung war ein Fitnessclub und keine Kontaktbar oder ähnlich – das bestätigten auf Anfrage nicht nur die Familie Müller, der das Haus gehört, sondern auch die mit dem Umbauprojekt betrauten Architekten und die Allschwiler Bauverwaltung. Ein Sprecher der Familie Müller sagte zur bz, man habe mit dem angeblich geplanten einschlägigen Lokal nichts zu tun.

Kein Geheimnis: Auf Facebook weibelt das «Secret Garden Team» schon seit längerem um Kundschaft.

Kein Geheimnis: Auf Facebook weibelt das «Secret Garden Team» schon seit längerem um Kundschaft.

Denkbar ist, dass sich Fasnächtler einen Scherz erlaubt haben. Martin Schäuble, Präsident der traditionsreichen Schärbe-Clique Allschwil sagt, er habe sich das auch schon gefragt: «Als wir zum ersten Mal von diesem geplanten Lokal hörten, dachten wir auch an ein Sujet.» Genaueres wisse aber auch er nicht. Die Schärbe-Clique stecke jedenfalls nicht dahinter.

Beim Allschwiler Fasnachtskomitee glaubt man nicht so Recht an die Sujet-These. «Das wäre für mich eine absolute Überraschung», sagt Adrian Butz, Obmaa der Wildviertel-Clique, welche die Dorffasnacht organisiert. «Alle Cliquen und Guggen geben mir ihr Sujet im Voraus bekannt. Keines weist auf ein solches Etablissement hin.»

In der Regel würden die Gruppierungen, die am Umzug teilnehmen, bei der Themenwahl auf etwas bereits Bestehendes eingehen, sagt Butz, «und nicht etwas ausspielen, was künstlich generiert worden ist.»

Gemeinderat ist not amused

Die Allschwiler Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli sagte zur bz, falls im Dorfzentrum tatsächlich ein Rotlichtlokal geplant sei, so würde der Gemeinderat alles dafür tun, dieses zu verhindern. Die kolportierte Örtlichkeit sei für derartige Nutzungen nicht geeignet.

Ihr für die Sicherheit zuständiger Gemeinderatskollege Philippe Hofmann fügt an, eine solche Einrichtung müsse gewisse Auflagen und Spielregeln beachten. «Mehr dazu könnte ich nur anhand eines konkreten Umnutzungsgesuchs sagen», sagt Hofmann. «Aber ein solches liegt bekanntlich nicht vor.»