Im August klang alles ziemlich definitiv: «Nach Auszug des Bezirksgerichts und der Bezirksschreiberei soll nach der Portfoliostrategie des Hochbauamts das Amtshaus in Laufen verkauft werden.» Das schrieb die Regierung damals auf eine schriftliche Anfrage von FDP-Landrat Siro Imber.

Die bz weiss: Dazu wird es nicht kommen. Auf Anfrage eröffnet der Leiter der Immobilienverwaltung des Baselbieter Hochbauamts, Torsten Schrodt: «Das Amtshaus wird vorerst im Verwaltungsvermögen des Kantons bleiben.» Dies habe eine Überprüfung der Immobilien-Situation in Laufen ergeben.

Verkauf nur bei leerem Gefängnis

Konkret: Weil im vergangenen Sommer das stillgelegte Bezirksgefängnis Laufen, das direkt hinter dem Amtshaus liegt, wieder in Betrieb genommen wurde, musste der Kanton seine Strategie ändern. «Wir wollten eigentlich Amtshaus und Gefängnis als Gesamtensemble verkaufen, doch das ist nicht möglich, solange das Gefängnis genutzt wird», sagt Schrodt. Dies sei bei den früheren Aussagen der Regierung noch nicht klar gewesen. Die Immobilienverwaltung versteht die beiden Gebäude als optische Einheit auf einem zusammenhängenden kompakten Areal.

Da das Amtshaus aber ab dem 1. April endgültig leer steht – zurzeit ist nur noch das Bezirksgericht im Gebäude – prüfen Schrodt und sein Team jetzt, es ab dem Sommer anders zu belegen. «Wir schauen, wie wir das Amtshaus bürgernäher nutzen können.» Dies ist ganz im Sinn des Grellinger SVP-Landrats Georges Thüring. Erst am Donnerstag hat er ein Postulat eingereicht, in dem er den Kanton auffordert, andere kantonale Amtsstellen im Amtshaus einzuquartieren.

Als Beispiel schlägt er das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz vor, das momentan im ehemaligen Liestaler Zeughaus eingemietet ist. «Dadurch würde der Kanton wieder stärker im Bezirk Laufen verwurzelt», sagt Thüring zur bz.

Einen anderen Vorschlag hat Brigitte Bos. Der CVP-Landrätin und ehemaligen Laufner Stadtpräsidentin schwebt vor, drei kantonale Stellen, die an anderen Orten in Laufen eingemietet sind, im Amtshaus zusammenzuziehen: den Polizeiposten, den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und den Schulpsychologischen Dienst. «Am besten sollte etwas Repräsentatives rein. Immerhin handelt es sich um eine ehemalige Wasserburg», sagt Bos.

Nicht zuletzt würde der Kanton auch Geld sparen, wenn er Fremdeinmietungen auflösen könnte.

Amtsstube oder gar ein Hotel?

Auch der aktuelle Stadtpräsident Alexander Imhof hat gewisse Vorstellungen. Ginge es nach ihm, müssten nicht zwingend Kantonsstellen ins Amtshaus: «Wie wäre es mit einem Bezirksverwaltungszentrum?» Der Bezirk Laufen habe genug Dienststellen, die man an einem Ort vereinen könnte – so etwa die Sozialdienste, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Laufental oder das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Laufen.

Erst vergangene Woche trafen sich der Stadtrat Laufen und die Baselbieter Regierung zu Gesprächen rund um die Grundstückstrategie des Kantons. Dabei wurde auch das Amtshaus thematisiert. Imhof möchte dazu noch nicht zu viel verraten. An einem weiteren Treffen in den nächsten Wochen sollen die Pläne aber konkretisiert werden. Imhof: «Es ist schon einmal gut zu wissen, dass niemand will, dass das Amtshaus lange leer bleibt.»

Bei der nun laufenden Überprüfung durch das Hochbauamt spielen politische Gedankenspiele keine Rolle, wie Schrodt versichert. Unabhängig von Bos erwähnt aber auch er die drei kantonalen Einmietungen in Laufen. «Letztlich braucht es immer eine Güterabwägung, ob ein Umzug Sinn macht.» Auch wenn das Amtshaus nun noch nicht verkauft wird: Sobald das Gefängnis wieder leersteht, könnte sich das ändern. Schrodt: «Gerade als Ensemble würde es sicher Interessenten anlocken.

Beim Wert von Gebäuden und Grundstück bewegen wir uns im Millionenbereich.» Ein Immobilienmakler aus dem Laufental bringt dabei gegenüber der bz etwas komplett anderes ins Spiel: «Ein wunderschönes Objekt an bester Lage mit einem grossen Parkplatz: Das würde sich doch als Hotel anbieten.»