In Frenkendorf hat am Montag die Fasnacht einmal mehr gepunktet. Gegen siebzig Cliquen bildeten den Rahmen und verliehen dem von Hunderten von Zuschauern verfolgten Umzug das würdige Cachet. Der Jahrgang war brillant, umso mehr das Sujet «Mir jubiliere» dokumentierte, dass im Dorf seit vielen Jahrzehnten die Fasnacht ein unverzichtbares kulturelles Glanzlicht darstellt.

Gemeindepräsident Rolf Schweizer brachte es auf den Punkt, als er der bz sagte, dass die Fasnacht einer der wichtigsten Anlässe im Dorf sei. «Gleichwertig sind noch der Banntag und der Eierleset», kommentierte dieser, der seit 30 Jahren aktiv mit dabei ist. Auf doppelt so viele Jahre brachte es Bürgerrat Toni Kummli und ehemaliger Präsident des Fasnachtskomitees (Fako).

Im Mittelpunkt standen jedoch ganz andere Personen beziehungsweise Formationen. So die Güllepumpi, die seit 70 Jahren Präsenz markiert. Die einheimische Wagenclique Fränkespatze und das Fako haben heuer vier Jahrzehnte hinter sich, eine ebenfalls grandiose Leistung. Die Güllepumpi, seit sieben Dekaden weise, aber noch immer nicht leise, hatte die Ehre zuteil, den Umzug anführen zu dürfen. «Das verdanken wir unserem Geburtstag», sagte Ueli Boss, der als Mitglied während vier Monaten mitgeholfen hat, den zweistöckigen Güllepumpi-Wagen zu bauen.

Auf grosses Interesse stiess das Sujet der Halbmondclique Frenkendorf. «Mir mähää für d SBB» war vielsagend. Gemeint waren die Einsätze der Schafe, die neuerdings die Bahnborde der SBB kostenfrei mähen.

Uf der Weid do stoht e Schoof

cheut und malmt und luegt ganz doof

plötzlig fahrt e Zug verby.

Dabei lassen sich die Tiere, so die Halbmondclique, offenbar nicht stören.

Schlussändlich isch der Zug denn wäg

im Schoof si Grind wieder im Dräck.

Es nimmt e Buschle Gras in d Schnuure,

der negschti Zug fahrt au schon duure.

Die Tierhaltung sei ebenfalls optimal, beurteilten die Halbmonde die Situation.

Au Tierhaltig isch optimal

die grase friedlich ohne Qual,

e einzig Problem wo die Tierli muggt,

wird hinde wieder uusedruggt.

Hart ins Gericht gingen die Prattler Dorfplatzrueche mit dem Weltfussballverband.

Wie heisst dr gröschti Fuessball-Depp

Hejo...logo... natürli dr Blatter Sepp.

Allerdings: Sie beurteilen die Situation bei der Fifa nicht so ernst.

D’Fifa het uf kei Fall e Krise

allerhöchschtens e kleini Bise.

Dass neben lokalen Themen auch der Kanton sein Fett abbekommt, stand ausser Diskussion. Die Chnoblauch Frässer Liestal brachten es auf den Punkt.

Im Baselbiet duet mr gern Strosse baue

Will für das het mr Geld zum versaue

Gohts aber ums Volk und d’ Jugend von hüt

Do spart dr Kanton und zahlt überhaupt nüt

Auch in der Kantonshauptstadt wird mächtig gebaut.

Lieschtel, Lieschtel was hesch du gmacht,

das baut doo wird dass ’s’ chlöpft und chracht!

Hüser, Strosse, all die Sache,

wo eus söde glügglig mache,

wärde baut grad mitänand,

das bringt eus fascht um e Verstand

meinen die Gschdadig-Rueche aus der Residenz.

Das Gros der Teilnehmer war gebildet aus Wagencliquen. Viele mit gigantische Wagen. Stellvertretend seien hier die zwanzig Jahre alten Wildi Schwarzbuebe erwähnt, die mit einem variablen Turm auf ihrem Gefährt für staunende Augen sorgten. Die Luuser Sieche aus Sissach riefen in Erinnerung, dass im Dorf ein Grossverteiler mit nationaler Ausstrahlung einen Laden mit «einem M grösser» gebaut habe.

Knapp 70 Cliquen haben die Frenkendörfer Fasnacht bereichert. Und sie haben, wie beispielsweise die Güllepumpi mit 1,2 Tonnen Orangen, viel verschenkt. Viele waren Stammgäste. «Ja, wir haben viele treue Teilnehmer, auch aus der Region», sagte OK-Chef Christian Probst, der den Anlass als gelungen bezeichnete. Entsprechend zufrieden war Probst denn auch, der als Neuerung der heurigen Fasnacht die Abgabe der Zugsplaketten bezeichnete.