Die Staatsanwaltschaft sei "auf einem gutem Weg" und habe an Effizienz gewonnen, sagte Reber am Donnerstag vor den Medien in Liestal - dies trotz Mehrbelastung durch die neue Strafprozessordnung des Bundes (StPO) und bei gleichem Personalbestand. Dagegen sei das Vorjahr 2011 wegen der Reorganisation ein Übergangsjahr gewesen.

Mehr Effizienz trotz Mehrbelastung

Bei der Präsentation des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr zog auch die Erste Staatsanwältin Angela Weirich eine positive Bilanz. Trotz höherer Neueingänge seien 2012 mehr Fälle erledigt worden als eingegangen waren: 41'221 Fälle, 6124 mehr als 2011, gingen neu ein - erledigt wurden aber 43'139 Verfahren, 1918 mehr als neu verbucht wurden.

Gar verdoppelt wurde die Zahl der im vergangenen Jahr ans Strafgericht überwiesenen Anklagen: Mit 175 statt wie im Vorjahr 84 Beschuldigten wurde nun das höchste Niveau seit Jahren erreicht.

Gemäss Weirich bestätigt dies, dass die niedrigen Zahlen von 2011 auf die Reorganisation der Staatsanwaltschaft zurückgegangen waren. Eine derartige Steigerung trotz Reorganisation und Mehraufwand wegen der StPO und bei gleichem Personalbestand zeige zudem, dass die Abläufe an Effizienz gewonnen hätten.

Um 3797 auf 18'841 Fälle zurück ging dagegen die Zahl der erledigten Strafbefehle. Der Grund sei allerdings bei einer neuen elektronischen Schnittstelle in der Datenverarbeitung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft gelegen. was eine verzögerte Überweisung von Übertretungsstrafverfahren bewirkt habe. Diese technischen Probleme seien im letzten Quartal aber behoben worden.

Warten auf Justizzentrum

Nach wie vor hoch sind derweil die Arbeitsbelastung und die Überstunden- und Feriensaldi der Mitarbeitenden, sagte Weirich weiter. Eine Personalaufstockung, wie sie andere Kantone wegen der Mehrbelastung durch die neue StPO vorgenommen haben, sieht Baselland indes nicht vor.

Abgewartet werden soll gemäss Reber und Weirich zuerst der Bezug des neuen Strafjustizzentrums in Muttenz Mitte 2014. Dort könnten weitere Effizienzgewinne möglich werden, sagte Reber. Die Standorte der Staatsanwaltschaft reduzierten sich dann von heute 14 auf noch vier, was Organisation und Abläufe nochmals verbessern werde, sagte Weirich.

Reber betonte im weiteren die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei. Dabei zeigte er sich zuversichtlich in Bezug auf die Massnahmen, die letzten Sommer in der Folge öffentlicher kritik eingeleitet worden waren: Problemfälle sollten damit stark reduziert werden können.

Neue Fachstellen

Know-how bündeln will die Staatsanwaltschaft im übrigen mit drei neuen Fachstellen in der Verfolgung von IV-Betrug, Menschenhandel und Vermögensabschöpfung bei Delikten. Ziel ist eine effektive Kriminalitätsbekämpfung in diesen Bereichen, wie die Leitende Staatsanwältin Sylvia Gloor und der stellvertretende Leitende Staatsanwalt Daniel Stehlin darlegten.