Als Ersatz für den ursprünglichen Ort soll an der Känelmattstrasse ein Neubau errichtet werden. Auf Ende Sommer nun wird der Entscheid über die Baubewilligung für die neue Immobilie erwartet.

Das Notschlachtlokal in Arisdorf ist eines der wenigen, das heute noch rege gebraucht wird. Gemäss Alex Kämpfen, Präsident der 1600-Seelen-Gemeinde, garantieren Verträge 17 Gemeinden die gemeinsame Nutzung der Schlachterei. «Wenn wir die alte Liegenschaft abreissen, müssen wir dementsprechend Alternativen bieten», sagt Kämpfen.

Längst werden aber nicht mehr nur verletzte oder kranke Tiere im Sinne einer wirklichen Notsituation geschlachtet. Selbst wenn nur dort Tiere verarbeitet werden dürfen, die noch zum Verkauf geeignet sind, wäre das Lokal nicht genügend ausgelastet. Bauern dürfen deshalb die modernen Einrichtungen auch für den ordnungsgemässen Schlachtbetrieb in Anspruch nehmen.

Grosse Zustimmung im Dorf

Die Arisdörfer hoffen fast einheitlich auf einen positiven Bescheid für die Baubewilligung: In einem Stimmungstest der Gemeinde gaben 96 Prozent der Bewohner an, eine Volg-Filiale zu begrüssen. «Die Zustimmung der Bevölkerung ist überwältigend», sagt auch Kämpfen.

Auch als an der Gemeindeversammlung der Vorschlag des Umzugs der Schlachtstätte vorgestellt wurde, habe man die Nachfrage nach einem solchen Laden eindeutig gespürt. Aktuell bietet Arisdorf nämlich kaum Einkaufsmöglichkeiten. Dies möchte nun ein privater Investor aus dem Dorf, der seinen Namen nicht nennen will, endlich ändern.

Keine grundsätzliche Verschiebung

Es stellt sich die Frage, ob Arisdorf nicht generell auf ein Notschlachtlokal verzichten könnte. «Im Leimental etwa gibt es nur ein bis zwei Notschlachtungen pro Jahr», wirft der Kantonstierarzt Ignaz Bloch ein: «Notschlachtlokale sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu hinterfragen.»

Dies gelte aber nicht für Arisdorf, entgegnet Kämpfen. Die Verträge mit umliegenden Gemeinden hätten eine langfristige Gültigkeit, eine grundsätzliche Verschiebung in eine andere Gemeinde käme nicht infrage. Im Herbst soll der Umbau beginnen, zwei Jahre später das Projekt vollendet sein. «Wenn alles geklappt hat, gibt es ein grosses Fest», freut sich Kämpfen schon jetzt.