«Für uns ist der Kampf auf der legalen Ebene beendet», bedauert Ueli Pfister, Mitglied der Anwohnergruppe «Kein Strahlen-Meer im Wohnquartier» aus Gelterkinden. Kürzlich wies die Baurekurskommission die Beschwerden zweier Anwohner gegen eine Mobilfunkantenne ab, wie das Onlineportal «Onlinereports» meldete.

Auf der Liegenschaft an der Rickenbacherstrasse 11 in Gelterkinden will Sunrise eine UMTS-Antenne errichten, gegen die sich Anwohner wehren.

«Ich habe ein gutes Gefühl»

Nun versuchten sie, andere Formen des Widerstands zu kreieren, erklärt Pfister. Mehr will er dazu nicht sagen, aber «sie sind originell. Ich habe ein gutes Gefühl.» Selbst nach dem jüngsten Rückschlag gewinnt Ueli Pfister dem ganzen Prozess, der 2007 begonnen hat, seine guten Seiten ab. «Es war etwas ganz Tolles.»

Ein Quartier habe zusammengefunden, die Zusammenarbeit mit Liegenschaftsbesitzer Hans «Johnson» Buess sei gut. Dieser bereue, dass er eine Bewilligung für diese Antenne gegeben habe, so Ueli Pfister. «Er ist verzweifelt.» Und nicht zuletzt war es ein demokratisches Lehrstück mit mehreren Aktionen wie Unterschriften sammeln und Demonstrationen.

Anne Günther, ebenfalls Anwohnerin und Mitglied des Komitees «Kein Strahlen-Meer im Wohnquartier», bestätigt, dass gegen den neusten Entscheid der Baurekurskommission nicht mehr interveniert werde. Sie koordiniert die Finanzierung, um die aufgelaufenen Kosten für die juristischen Streitigkeiten zu bezahlen. Dieser Betrag beläuft sich mittlerweile auf rund 5000 Franken.

Letzten Sommer startete das Komitee eine Umfrage, wer bereit sei, sich an den Kosten zu beteiligen. «Es kamen viele Zahlungsversprechen», freut sich Ueli Pfister, und Günther ergänzt: «Die Solidarität spielt auch, wenn es ums Zahlen geht. Das Sammeln des Geldes ist der schönere Teil der ganzen Sache.»

Auslegeordnung

Anne Günther gehört auch der siebenköpfigen Mobilfunkanlagenkommission an, welche die Gemeinde Gelterkinden Mitte 2011 ins Leben gerufen hat. «Die Kommission hat bis jetzt noch nichts bewegt. Denn der Spielraum ist eng. Die Kommission ist daran, sich über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren und eine Auslegeordnung zu machen», sagt Günther. Danach werde sie konkrete Vorschläge machen.

Die Anwohnergruppe hat auf den 18. April einen Medientermin angesetzt. Mit von der Partie sein werde auch die Hauptfigur Hans Buess, verrät Ueli Pfister. «Dann wird er hinstehen und die Situation aus seiner Warte beleuchten.»