Anton Lauber, der Regierungsrat will die Basellandschaftliche Pensionskasse reformieren. Mit seinem Vorschlag käme es bei den Rentenbezügern zu Einbussen von bis zu 7 Prozent. Spart die Regierung auf dem Buckel des Personals?

Anton Lauber: Nein. Das wäre der falsche Ansatz. Wir könnten auch gar nichts tun. Dann müssten wir aber Renteneinbussen von bis zu 14 Prozent in Kauf nehmen – beim jetzigen Vorschlag wären es maximal 7 Prozent.

Wie begründen Sie das gegenüber den einzelnen Betroffenen, die weniger Geld erhalten?

Gegenüber dem Einzelnen ist das schwer zu begründen, das ist mir klar. Aber die anderen Kantone haben den gleichen Druck auch. Sie leiden ebenfalls unter der Negativzins-Situation und unter der schwachen Rendite an den Finanzmärkten. Dasselbe gilt für die Privatwirtschaft: Auch dort müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beträchtliche Rentenkürzungen in Kauf nehmen – aufgrund der genau gleichen Mechanismen, die bei uns wirken. Von daher sollte ein gewisses Verständnis da sein.

In drei Sätzen: Warum ist Ihre Variante die beste?

Wir haben eine ausgewogene Lösung erarbeitet. Wir kommen dem Personal entgegen: Die Belastung wird von beiden Seiten getragen, also vom Arbeitgeber und von den Arbeitnehmern. So sichern wir die Renten und bleiben ein attraktiver Arbeitgeber.

Was macht Sie beim letzten Punkt so sicher?

Ich habe es schon erwähnt: Die Sparbeiträge vom Kanton Baselland werden sich erhöhen. Um mehr als zwei Millionen Franken. Das modellmässige Leistungsziel lautet 60 Prozent des letzten versicherten Lohns, die sind mit unserer Lösung garantiert. Bei diesem Wert hätte man auch drunter gehen können, doch das wollten wir nicht. Wichtig ist das gemeinsame Engagement von allen Beteiligten.

Der Regierungsvorschlag geht jetzt in die Vernehmlassung. Wie gross schätzen Sie dessen Chancen ein?

Unser Vorschlag ist zwischen den Optionen, gar nichts zu machen und der möglichen Maximallösung angesiedelt. Wir befinden uns also zwischen den Extremlösungen. Von daher gehen wir davon aus, dass unsere Vorlage gute Chancen hat. Wir sind auch bereit, weitere Inputs und Vorschläge aufzunehmen. Ich kann mir in etwa vorstellen, welche Forderungen auf uns zukommen werden.

2014 wurde die Basellandschaftliche Pensionskasse letztmals reformiert. Warum braucht es eigentlich schon wieder Anpassungen?

Man muss das auseinanderhalten. Bei der Reform der BLPK, die per 1.1.2015 in Kraft trat, haben wir vom Leistungs- zum Beitragsprimat gewechselt. Das hat damals hohe Kosten verursacht. Wir haben auch eine historische Deckungslücke ausfinanziert. Jetzt geht es darum, dass wir auf die Finanzmärkte reagieren müssen: Die Rendite stimmt nicht mehr. Wenn man weniger Performance erreicht und keine Wertschwankungsreserve vorhanden ist, muss man mehr Kapital einschiessen, um das Leistungsziel zu erreichen – das sind die bereits genannten 60 Prozent des letzten versicherten Lohns.