Die Vorstellungen gehen weit auseinander: Die Gemeinden wollen, dass der Kanton die Ausfinanzierung der staatlichen Pensionskasse ganz übernimmt. Der Kanton möchte, dass die Gemeinden ihre Deckungslücke selbst schliessen. Anton Laubers Vorgänger Adrian Ballmer (FDP) nannte die Forderung der Gemeinden «zynisch». Die Gemeindevertreter sahen sich dadurch veranlasst, noch lauter mit ihrer Gemeindeinitiative zu drohen.

Der Zwist könnte aber schon bald ein Ende haben. An seiner 100-Tage Pressekonferenz vergangene Woche kündigte Lauber, der ehemalige Gemeindepräsident von Allschwill, das an, worauf die Gemeindevertreter während der Amtszeit von Adrian Ballmer vergebens warteten: Gespräche. Am kommenden Freitag wird Lauber mit den Präsidenten der «Lead-Gemeinden» Binningen, Liestal und Reinach erstmals über einen möglichen Kompromiss in der Pensionskassen-Frage verhandeln.

Die Bemühungen könnten nach der Annahme der PK-Sanierung an der Urne der zweite grosse Sieg für Anton Lauber werden. Lukas Ott, grüner Stadtpräsident von Liestal, wertet Laubers Einladung als «sehr positiv». Zuvor habe die Situation eher einem Powerplay geglichen. Auch der Reinacher Gemeindepräsident Urs Hintermann (SP) zeigt sich erfreut über die Entwicklung. Ott und Hintermann betonen, dass nun eine reelle Chance bestehe, einen Kompromiss auszuhandeln. «Da ein Pensionskassenwechsel aller Voraussicht nach noch teurer würde als ein Verbleiben bei der staatlichen Kasse, erhöht dies den Druck, eine Lösung zu finden», sagt Ott.

Auch beim Binninger Gemeindepräsidenten und Anführer der Gemeindeinitiative, Mike Keller (FDP), kommt Laubers Vorgehen gut an. Eine öffentliche Ausschreibung für die berufliche Vorsorge will Keller trotzdem durchführen. Bis im Sommer werde Binningen entscheiden, ob die Gemeinde aussteige oder bei der BLPK bleibe, sagt Keller gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Das Festhalten an der Gemeindeinitiative scheint für alle nur noch das WorstCase-Szenario zu sein.

Nach der ersten Verhandlungsrunde folgen eine Woche später Gespräche mit Vertretern der Oberbaselbieter Gemeinden. Danach findet eine Veranstaltung mit allen Gemeinden statt, in welche die Ergebnisse der beiden ersten Gesprächsrunden einfliessen sollen. Daran beteiligt ist auch der Verband basellandschaftlicher Gemeinden. Schliesslich, hält Lauber gegenüber der «Schweiz am Sonntag» fest, sei es das Ziel, dass bei allen Verhandlungs-Teilnehmern Klarheit darüber bestehe, wie es weitergehe bis zur Inkraftsetzung der Reform am 1. Januar 2015.