Arlesheim war noch nie eine Hochburg der Fasnacht. Doch immerhin war man stolz auf seine eigene Gugge, die Ermitage Schränzer. Zu ihren Blütezeiten war sie bis zu 50 Frauen und Mannen stark. Doch vergangenen Sommer hat sie sich aufgelöst. Patrick Bucher, ehemaliger Ermitage Schränzer, sagt zu der bz: «Nach schwierigen fünf Jahren mit Höhen und Tiefen haben wir uns mit Wehmut entschieden, den Verein aufzulösen. Mit nur fünf Vereinsmitgliedern konnten wir unserem Anspruch nicht mehr genügen.»

Mit Stolz habe sich die Gugge über all die Jahre präsentiert, für die Mitglieder war sie eine zweite Familie. «Wir trauern der Entscheidung, die Gugge aufzulösen, immer noch nach», sagt Bucher. Trotzdem sei ein Revival aktuell nicht realisierbar – man werde aber sehen, was die Zukunft bringt. «Wir möchten uns an dieser Stelle beim Fasnachtscomité bedanken, welches mit viel Fleiss und Freude diesen Kinderumzug ermöglicht hat.»

Die Ermitage Schränzer waren über all die Jahre quasi die musikalische Begleitung für den Kinderumzug. Schon vor Jahren abgeschafft wurde das Guggekonzert beim Domplatzschulhaus, ebenso die Vorfasnachtsveranstaltung Cabarettli. «Der Aufwand hat sich nicht mehr gelohnt. Wir hatten Glück, wenn wir die Halle halb voll bekamen», sagt der OK-Vorsitzende Ruedi Meury.

Immerhin existiert der Kinderumzug auch ohne Ermitage Schränzer. «Die Reinacher Graffiti Spukker werden als Ersatz für die Ermitage Schränzer den Umzug begleiten», sagt die Werbeverantwortliche des Comités, Daniela Meury. Selbstverständlich seien aber auch alle anderen eingeladen, musikalisch den Kinderumzug zu begleiten: «Wir haben es auch schon erlebt, dass eine auswärtige Gugge ganz spontan gekommen ist, um mitzumachen», sagt Ruedi Meury.

Am 5. März findet zudem noch das klassische Fasnachtsfüür mit Reedlischwinge statt. Meury hofft, dass aus der Kinderfasnacht wieder Nachwuchs entsteht. Auch er selber will dranbleiben: «Natürlich möchte ich irgendwann aufhören. Dafür brauche ich aber einen Nachfolger, der es dann auch wirklich weiterzieht. Sonst hätte ich schlaflose Nächte.»