Im Einklang mit der Tramnetzplanung 2040 des Kantons Basel-Stadt nimmt die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) für folgende vier Tramprojekte die Planung in Angriff:

Tram Letten: Die Verlängerung der BVB-Linie 8 ins Gebiet Allschwil-Letten zur neuen Endhaltestelle Gartenhof geniesst beim Kanton die höchste Priorität aller neuen Projekte. Laut BUD-Verkehrsplaner Daniel Schoop ist ein Bau ab 2025 realistisch. Der Löwenanteil der Strecke liegt auf Baselbieter Boden; Basel-Stadt ist nur zu einem kleinen Teil im Gebiet Neuweilerstrasse trangiert. Baselland bewirbt sich im Rahmen des Aggloprogramms der vierten Generation um Bundesgelder.

Tram Bachgraben: Dabei handelt es sich um eine neue Verbindung zwischen dem Bahnhof St. Johann und dem Bachgraben; die Endhaltestelle käme in der Nähe des Hauptgebäudes von Actelion zu stehen. Das wirtschaftlich aufstrebende Wirtschafts- und Arbeitsplatzgebiet wäre mit dem heutigen öV-Angebot bald unterversorgt.

Der kürzere und planerisch einfachere Teil befindet sich auf Baselbieter Boden. Die Linienführung vom Bahnhof St. Johann an die Kantonsgrenze sei noch nicht klar und Bestandteil einer Korridorstudie, sagt Schoop. Gebaut werden könnte diese Tramstrecke ab 2028, also einige Jahre später als das Letten-Tram.

Tram Polyfeld: Diese komplett neue Linie soll den Bahnhof SBB auf Gundeldinger Seite mit dem Bahnhof Muttenz via Dreispitz verbinden. «Von der Nachfrage her ist das ein sehr vielversprechendes Projekt», meint Schoop. Er verweist auf die geplante Überbauung in der Hagnau mit 630 Wohnungen und den Bildungscluster im Muttenzer Polyfeld. Nun wird zuerst eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Auf dieser Strecke verkehrt heute teilweise die BLT-Buslinie 47; eine direkte Anbindung an den Bahnhof SBB fehlt jedoch. Die Streckenführung dürfte sich mit Kunstbauten zwischen Dreispitz und St. Jakob (auf Basler Boden) sowie zwischen Schänzli und Birsfelderstrasse (auf Baselbieter Boden) aufwendig gestalten.

Tram Therwil-Dornach: «Unser innovativstes Projekt», wie Schoop schwärmt. Eine Spange zwischen Leimen- und Birstal wäre die erste tangentiale Tramverbindung im Baselbiet. Auf der Strecke könnte die bestehende BLT-Linie 10 verkehren, womit diese zumindest bei einem Teil der Kurse zu einer Ringlinie – einer «Circle Line» – würde.

Da der 10er – im Gegensatz etwa zu Tramlinien in der Stadt – als «regionaler Personenverkehr» klassifiziert ist, könnte das Projekt via Bahninfrastruktur-Programm des Bundes finanziert werden. Die Tramverbindung soll zudem dazu beitragen, den schlechten Modal Split zwischen öV und Autoverkehr auf den Tangenten zu verbessern.

Planerisch weit fortgeschritten sind zudem die bekannten Tramprojekte Salina-Raurica (Verlängerung der BVB-Linie 14) sowie das Expresstram im Leimental. Insgesamt dürfte das Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich liegen; eine genauere Schätzung sei angesichts des frühen Stadiums nicht möglich, sagt Schoop.