Sabine Horvath ist als Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing zufrieden mit dem Verlauf der 541. Basler «Herbschtmäss».

Mit einer Million Besucher habe die Messe das hohe Vorjahresniveau halten können und damit die Erwartungen überstiegen: Aufgrund der Baustelle auf dem Messeplatz hatte Horvath nämlich mit Einbussen gerechnet. Doch der temporäre Umzug vom Messeplatz an die Kaserne scheint nicht geschadet zu haben: Obwohl vor allem junge Menschen die Fahrgeschäfte auf dem Messeplatz vermissen, sind die neu platzierten Budenbetreiber sehr zufrieden: «Die Messeleitung hat ihr Bestes gegeben, um uns einen guten Platz anzubieten», findet Schiessbudenbesitzerin Odette Lang: «Unsere Stammkundschaft hat uns gefunden.»

Schweizweite Werbung wirkt

Zwar spürte Cello der Clown im fünften Jahr auf dem Münsterplatz die Rezession an seinem Spielwarengeschäft durchaus deutlicher als auf Jahrmärkten in Luzern beispielsweise oder in Zürich: «Es heisst bei den Eltern schon öfter: Nimm doch lieber den Ballon für zehn Franken statt fünfzehn.» Dennoch drückte die Frankenstärke nicht so aufs Geschäft, wie Horvath im Vorfeld befürchtet hatte. Was an badischen und elsässischen Besuchern wegen des teuren Franken fehlte, habe man mit offensiver Fernseh- und Plakatwerbung in der restlichen Schweiz wieder wettmachen können.

Hygiene wird moniert

Auf dem Kasernenplatz wurde als grosser Missstand allerdings die Hygiene moniert: Ein einziger WC-Wagen für die ganze Kaserne sei eindeutig zu wenig, sagt ein Lebensmittelverkäufer, der anonym bleiben will, weil er Repressalien fürchtet. Die Toiletten seien ständig versifft; die Putzfrau sei schon tätlich angegriffen worden. «Auf diesen Anlagen sollen wir aufs Klo gehen und danach wieder Lebensmittel verkaufen», schüttelt er den Kopf.

Nur fünf Platzverweise

Dennoch: Das bisher drängendste Problem des Kasernenplatzes löste sich dieses Jahr fast in Luft auf: Nur noch fünf statt bisher 20 Platzverweise wurden an prügelnde Jugendliche ausgesprochen. Woher der plötzliche Frieden heuer kam, kann Polizeisprecher Klaus Mannhart nicht genau festmachen. Er vermutet, die richtige Mischung aus starker Polizeipräsenz und gutem Wetter habe den Jugendlichen die Lust auf Stress verdorben. Dem kann auch Hermann Haeseli Junior zustimmen: «Es war eine Spur besser als letztes Jahr. Die Kaserne war ein sehr familienfreundlicher Platz.» Je durchmischter das Publikum, desto geringer sei die Gefahr gewalttätiger Auseinandersetzung, ist sich der Betreiber eines Kinderkarussells sicher.