Was nun zuerst war – ob Huhn, ob Ei – mag ungeklärt sein. So kurz vor Ostern ist viel wichtiger, dass das Ei in grosser Anzahl in den Regalen liegt. Immerhin essen Herr und Frau Schweizer einen grossen Teil ihrer durchschnittlich 175 Eier im Jahr in der Osterzeit. Einen Teil dieses Bedarfs decken die 8000 Legehennen von Familie Degen.

Deren Tiere gackern, scharren und legen ein paar Autominuten oberhalb von Eptingen um die Wette. Hier bewirtschaftet die Familie Degen den Hof Habsen. Neben den Legehennen kultivieren sie auf vier Hektaren Obstbäume, versorgen Aufzuchtrinder und 24 Milchkühe. Ihre Hühner sind «Naturafarm»-zertifiziert. Das bedeutet: limitierte Herdegrössen, hoher Tierschutz, das Futter stammt aus Europa, Antibiotika ist tabu und die Kontrollen streng. Und Auslauf haben die Tiere auch.

Vollautomatische Fütterung

«Zur Osterzeit braucht es Unmengen von Eiern», erklärt Sonja Degen, während sie durch den Stall führt. Dieser ist ausgestattet mit viel Tageslicht, Naturboden, vollautomatischer Fütterung und Belichtung. Es gackert und scharrt, weisse Körper mit roten Kämmen stieben durcheinander, als sich die Tür öffnet, denn Hühner sind schreckhafte Tiere. Doch sie gewöhnen sich schnell an den Besuch und widmen sich wieder dem Picken und Trinken und Eierlegen.

Die Degens haben für ihre 8000 Hennen einen exklusiven Vertrag mit Grossverteiler Coop. Daneben halten sie allerdings noch eine kleine Herde von 500 Tieren. Deren Eier landen im eigenen Kuchen und jeden Freitagmorgen (diese Woche am Gründonnerstag) am Stand der Degens auf dem Sissacher Bauernmarkt. Dann gibt es auch die bunten, die Sonja Degen in der knappen Freizeit mit Zwiebelschalen färbt.

Ihr Arbeitstag beginnt um 5.30 Uhr; dann, wenn die Hühner ihre Eier legen. Zwei Millionen sind es auf dem Habsen pro Jahr – und die machen Arbeit. Denn kein Ei verlässt den Hof ohne vorherige Kontrolle. Ein Fliessband holt die Eier aus den Bruthäuschen und befördert sie aus dem Stall, wo Sonja Degen kontrolliert und sortiert. Bis der Lastwagen kommt, vergehen höchstens drei Tage. Drei Wochen beträgt die Mindesthaltbarkeit, «doch ein gut gelagertes Ei hält sich problemlos drei Monate», sagt Sonja Degen. Perfekt ausgereift, erklärt sie weiter, sei es nach zehn Tagen.

Aussteigen oder ausbauen

Eine Legehenne trinkt täglich eineinhalb Deziliter Wasser und frisst rund 120 Gramm Futter, Soja, Mais, Weizen, ein durchschnittliches Ei wiegt 58 Gramm. Die Eier jüngerer Hennen sind kleiner, «perfekt zum Backen», sagt Degen. Und was macht sie am liebsten mit den Eiern? «Knöpfli», schiesst es heraus, «und natürlich Kuchen. Die werden bei uns in grossen Mengen gegessen.»

Die Familie Degen begann 1985 mit der Eierproduktion, 500 Legehennen hatten sie damals. 1997 stieg der Druck, grössere Mengen zu produzieren, «wir mussten uns entscheiden, auszusteigen oder aufzustocken». Also stockten sie auf, bauten den Stall in zwei Stufen erst auf 4000, dann auf 8000 Tiere aus. Das lockt natürlich den Fuchs an. «Sporadisch schaut er vorbei», sagt Sonja Degen, «und auch Greifvögel sind ein Thema, wenn die Tiere draussen sind, das lässt sich nicht verhindern.»