Als es gegen Ende 2006 zu Ende ging mit der Brauerei Ziegelhof in Liestal, war für die Stadtplaner klar, dass etwas gemacht werden muss. Stadtrat Ruedi Riesen fasste es denn in einem Wort zusammen: Industriebrache. «Und die liegt an allerbester Zentrumslage. Da war klar, dass wir etwas unternehmen mussten», erklärte der Liestaler Bauchef gestern an einer Medienkonferenz, zu der Stadt, Kanton und Planer geladen hatten.

Fünf Jahre später steht nun nämlich der Quartierplan für das «Teilgebiet A», wie die Initianten das Areal zwischen Weierweg, Gasstrasse und Orisbach nennen. Auf 42 Millionen Franken werden die Kosten geschätzt für die vorgesehenen 83 Wohneinheiten. Diese teilen sich die entstehenden 10840 Quadratmeter Nutzfläche mit Dienstleistungs- und Ladenräumen. Der Gebäudekomplex besteht aus drei unterschiedlich hohen Bauten und ruhigem Innenhof, entwickelt nach dem städtebaulichen Vorbild der Verdichtung. «Wir sprechen viel von Verdichtung – nun ist es endlich Zeit, zu handeln», betont Gerhard Läuchli, Vorsteher des kantonalen Amts für Liegenschaftsverkehr ALV.

Baustart bereits Mitte 2013

Läuchli, der Vertreter des Kantons, ist nur einer von sechs Grundstückeigentümern. Grösster Eigner ist die Ziegelhof AG. Deren Verwaltungsratspräsident Christoph Stutz freut sich ganz besonders über das zügige Fortschreiten des Projekts: «Ich bin begeistert, wie schnell es voran geht, und verspreche, dass sich das nicht ändern wird.» Baustart könnte bereits Mitte 2013 sein – vorausgesetzt, die Vorlage passiert Mitwirkungsverfahren, Einwohnerrat und schliesslich auch Regierungsrat.

Derzeit liegt die Planung noch bis Freitag auf, bis Mitte Dezember läuft voraussichtlich das Mitwirkungsverfahren. Der Quartierplan ist ausserdem zur kantonalen Vorprüfung freigegeben: «Unser Ziel ist es, den Quartierplan im Februar durch den Einwohnerrat zu bringen», kommentiert Heinz Plattner, Abteilungsleiter Planung der Stadt Liestal. Mögliche Investoren müssen noch gefunden werden.

«Schöner zu wohnen, kann man sich wirklich nicht vorstellen»

Potenzielle Geldgeber hätten sich denn auch schon gemeldet, bestätigt Läuchli, doch übereingekommen sei man noch mit keinem. Ein möglicher Wettbewerb erachtet er als nicht ausgeschlossen – «sollte uns aber der Richtige über den Weg laufen, handeln wir natürlich sofort». Läuchli erachtet das Objekt als sehr interessant für jeden Investor.

Dank den Wasserläufen von Oris und Ergolz wird das Areal sehr attraktiv daherkommen, das verspricht Raumplaner Viktor Holzemer. Und der Lauf der Oris, der jetzt einem zubetonierten Rinnsal entspricht, wird renaturiert. Nicht zuletzt darum erwägt Stadtrat Riesen lächelnd, seinen Alterssitz einstweilen ins Neuentstehende zu verlegen: «Schöner zu wohnen, kann man sich wirklich nicht vorstellen.» Ab Mitte 2014 sollte dies möglich sein.