Zwei Fliegen auf einen Streich soll die erste «Basel Life Sciences Week» schlagen. Problem eins: Zu wenige junge Leute interessieren sich heutzutage für die Naturwissenschaften. Problem zwei: Es mangelt in der Schweiz an Lehrern für Life Sciences.

Die Industriemesse für Pharma, Chemie und Biotechnologie versucht diese Mängel zu beheben, indem sie Schülern, Studenten und deren Lehrern die Möglichkeit bietet, Neuheiten für Forschung, Entwicklung, Umwelt- sowie Verfahrenstechnik kennen zu lernen. Die Jugendlichen können in der Messehalle 1 am Basler Messeplatz also nicht nur verschieden farbige Reagenzgläser bestaunen, sondern neue Apparaturen ausprobieren und – vor allem – Firmen kennen lernen und Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern knüpfen.

Zugang zum Pharmakonzern Roche

«Normalerweise kann ja niemand einfach so den Pharmakonzern Roche betreten und mit dem Forschungsleiter reden. Hier aber können es die Schülerinnen und Schüler», erklärt Sabine Rosta von Bio Valley Basel. Und zwar ohne Eintritt zu bezahlen.

Die «Basel Life Sciences Week» findet in der diesjährigen Form zum ersten Mal statt: Zum 19. Mal ist Ilmac dabei. Jetzt aber haben sich noch vier weitere Veranstalter von Life Sciences-, Pharma- sowie Chemieunternehmen entschieden, ihre Kräfte zu bündeln. Hinzu kommen das Scientific Forum der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft, die Mip Tec Drug Discovery, die Bio Valley sowie das Friedrich-Miescher-Institut.

Es werden Tausende Fachleute der Pharma- und Chemiebranche erwartet. Rund 500 Aussteller aus 15 Ländern präsentieren ihre Produkte. Darunter befinden sich etwa 120 Neuheiten. Damit kommen über 30 Prozent der vertretenen Konzerne aus dem Ausland, die meisten aus Deutschland.

500 Jugendliche auf Tuchfühlung

Dass mögliche zukünftige Naturwissenschaftler an der «Basel Life Sciences Week» grosses Interesse zeigen, beweist allein die Anzahl Schülerinnen und Schüler, die sich gestern vor Ort informieren liessen. Rund 500 Jugendliche gingen auf Tuchfühlung mit den Ausstellern. Dieser Andrang sei enorm wichtig, fasste Christine Kern von Mip Tec zusammen.

Denn: Rund jeder fünfte Franken, den die KMU in der Nordwestschweiz umsetzen, kommt direkt oder indirekt aus den in der Region ansässigen Life-Sciences-Unternehmen. Diese Zahl präsentierte Peter Malama, Direktor des Basler Gewerbeverbandes, im November 2009 (bz berichtete).

Bis zum Freitag präsentieren unter anderem noch Doktoranden aus aller Welt an der «Basel Life Sciences Week» ihre Forschungsergebnisse in den Bereichen Stammzellen, DNA, Krebsforschung oder Neurobiologie.

21. bis 24.9., Messehalle 1, www.ilmac.ch