Oberhalb von Oltingen fliesst das Lochmattbächli talwärts, wo es schliesslich in die Ergolz mündet. Im Gebiet Lochmatt ist das Bächli auf einer Länge von knapp 200 Metern ausgedolt worden.

Im Rahmen des Projekts «Bäche ans Licht» ermuntert Pro Natura seit einigen Jahren Landbesitzer, eingedolte Bäche auszudolen und in einen naturnahen Zustand zurückzuversetzen. Als 19. Ausdolung gefeiert wurde am Dienstag Vormittag jene des Lochmattbächlis. «Der Verlauf des freigelegten Stücks sei sehr abwechslungsreich», sagte Urs Chrétien von Pro Natura. Erst verlaufe das Bächlein flach, dann in leicht abfallendem Gelände, bevor es in steilem Gelände in einem Naturschutzgebiet endet.

Zufrieden zeigte sich auch der Landeigentümer Toni Gass. Er hat einige Eigenleistungen an dieses Naturschutzprojekt geleistet. An den Kosten von rund 84'000 Franken beteiligte sich der Kanton zur Hälfte; 10'000 Franken steuerte die Gemeinde bei. Weitere Beiträge leisteten auch Pro Natura und der Fonds Landschaftsschutz. Dank des guten Wetters während der Bauphase konnte das ursprüngliche Budget sogar um 11'000 Franken unterschritten werden.

Auf dem Gelände befand sich, wie Gemeindepräsident Christoph Gerber, ausführte, eine Deponie, die später saniert wurde. Dann deponierte man den Aushub der neuen Mehrzweckhalle hier. Deshalb sei auch die Gemeinde erfreut, dass dieses Gelände nun naturnaher gestaltet wurde.

Susanne Kaufmann vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain wies darauf hin, dass das Bächli und ein Streifen beidseits des Baches einen wichtigen Lebensraum für Kleinsäuger, Amphibien, Vögel und Insekten bilden. Mit Toni Gass habe man eine Vereinbarung unterzeichnet, worin er sich verpflichtet, die Naturwiesen in Bachnähe jeweils nicht vor dem 15. Juni zu mähen und weitere Auflagen zu erfüllen. Toni Gass selber leistete seinen Beitrag an dieser Ausdolung – «die bisher schönste im Baselbiet» gemäss Urs Chrétien –, was nur darin bestanden habe, niemandem dreinzureden: «Ich liess die Fachleute machen und half etwas mit.» Wie schön das neu ausgedolte Lochmattbächli ist, dürfte sich allerdings erst im Frühling in voller Pracht zeigen. Denn während der gestrigen Einweihung regnete es. Die Teilnehmenden nahmen es gelassen: Denn irgendwoher muss das Wasser ja kommen, das ein Bächlein speist.

Kleiner Wasserfall

Gemeinsam schritt man das Bächlein ab. Man bestaunte die Verbauungen aus Stein und den kleinen Wasserfall. Und im unteren Bereich mussten sogar währschafte Holzverbauungen erstellt werden, um die Bachsohle abzusichern. Zum Schluss der Einweihung pflanzte der mit der Arbeit betraute Wasserbauer Silvan Spiess schwarze Erle am Oberlauf des Bächlis.
Am Projekt der Ausdolung des Bäch-lis beteiligten sich das kantonale Tiefbauamt, das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain, Pro Natura Baselland – und natürlich der Grundeigentümer Toni Gass.