Wer redet da von Null-Bock-Generation? Jugendliche aus dem ganzen Kanton Baselland haben Projekte eingereicht, die im Rahmen des Jugendprojektwettbewerbs prämiert werden sollten. Im Laufner Kulturzentrum «Alts Schlachthuus» stellten die Teilnehmenden in drei Minuten ihr Projekt vor, für das sie Stunden, Tage, ja Wochen aufwendeten.

Mit einigen Fragen liessen die Jurymitglieder die Bewerberteams ihre Projekte im Detail darlegen. Auch die Vorstellungsdarbietungen auf der Bühne waren sehr fantasievoll. Mit einem Kinderpool und Klappsessel stellte das Team «Pooljam» beispielsweise sein Projekt vor, in der Badi Arlesheim Nachwuchsbands Rockkonzerte zu ermöglichen.

Feuerstellen in Schuss gehalten

Der Jury und dem Publikum wurde eine breite Vielfalt an Fantasie, Engagement und Freude gezeigt. Dies habe es auch schwer gemacht, sich für eines der Projekte als Sieger zu entscheiden, sagten die Jurysprecherinnen Carole Seeberger und Jennifer Perez. Rock- und Blasmusik war darunter, Engagement für Flüchtlinge, Filmprojekte, ja sogar Kulinarisches – der Anbau von Popcorn-Mais in Liestal und Schneisingen.

«Birsrock Laufen» beispielsweise organisiert ein Rockfestival für junge, talentierte Bands in der Region Laufental-Thierstein, während der Verein «Ventyl» eine Plattform für Newcomer-Bands der Region im «Alte Schlachthuus» anbietet. Das Projektorchester Nordwestschweiz spielt hochstehende Konzerte ohne langfristige Verpflichtungen.

«Wir waren es leid, immer als Verschmutzer der Feuerstellen angeschaut zu werden», sagte Gianluca Müller. Mit Gleichaltrigen sorgt er in Titterten dafür, dass die Feuerstellen im Schuss gehalten werden. Jungen Flüchtlingen Perspektiven bieten will Simon Diener aus dem Leimental, indem er ihnen Nachhilfeunterricht in Mathe erteilt. «Die Flüchtlinge sind dankbar, wenn man ihnen hilft», so Diener. Denn viele hätten erhebliche schulische Defizite.

Yves Larboulette von «Ventyl» nennt einen der Gründe, warum er und sein Team sich bei diesem Projektwettbewerb beworben haben: «Wir fanden es cool, etwas vorstellen zu dürfen, was andere vielleicht auch cool finden könnten.» Das war dann auch tatsächlich so: «Ventyl» erhielt den ersten Preis (2500 Franken).

«Das werden wir gleich wieder in unsere nächsten Projekte investieren», versprach das prämierte «Ventyl»-Trio strahlend beim Apéro. Überzeugend fand die sechsköpfige Jury auch das Feuerstellen-Projekt, das auf Platz 2 landete und mit 1500 Franken belohnt wurde. «Mittagsfrisch» bringt Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, um sich auszutauschen. Dieses Projekt errang Platz 3 (750 Franken).

Gefragt war auch die Meinung des Publikums (250 Franken). Auch dort war das Ergebnis sehr knapp. Am Ende kamen gleich zwei Projekte auf gleich viel Stimmen. Simon Diener fand für sein Engagement für syrische Flüchtlinge Anerkennung. Er teilt den Preis mit dem Team «Topcorn», das mit der nachhaltigen Idee von Popcorn aus der Region überzeugte.