38 Busse sind zur Zeit für die Autobus AG Liestal (AAGL) im Einsatz. Sie befördern jedes Jahr rund 8 Millionen Fahrgäste im mittleren Baselbiet. Da die Fahrzeugflotte jährlich um 10 Prozent erneuert wird, dürfen sich die Fahrgäste ab heute auf vier neue Busse freuen. Zwei sogenannte Gelenkbusse und zwei Standardbusse von Mercedes-Benz werden neu auf dem Liniennetz der AAGL eingesetzt. Die Busmodelle werden jeweils nach Wunsch gefertigt und vom Importeur geliefert.

Nicht ohne Stolz präsentiert Roman Stingelin, Geschäftsführer der AAGL, ein Exemplar eines neuen Gelenkbusses mit einigen spezifischen Extras. «Es gibt Bus-Fan-Gruppen in Internetforen, die die neuen Exemplare der Flotte gewiss schon mit Spannung erwarten und in Kürze kommentieren werden», schmunzelt er.

Weniger Treibstoff, mehr Kraft

Ein Gelenkbus besteht aus zwei Wagen, die mit einem Faltenbalg verbunden sind. Das Fahrzeug verfügt neu über vier statt drei Türen. Davon erhofft man sich eine kürzere Haltedauer an den Haltestellen und folglich mehr Pünktlichkeit im Linienbetrieb. «Gerade im hinteren Teil des Busses bildet sich oft ein Engpass, wo sich die Leute im Weg stehen und sich gegenseitig am Ein- und Aussteigen hindern», sagt Stingelin, «Dies soll sich durch die vierte Türe ändern.» Auch der moderne Bildschirm zur Fahrgastinfo wurde auf Wunsch montiert. In den oberen Türrahmen ist zudem auch eine automatische Fahrgastzählung eingebaut. Über Infrarotstrahlen wird erfasst, wieviele Fahrgäste ein- und aussteigen. Die Daten können hochgerechnet werden und finden dann Eingang in die Statistiken des Unternehmens.

Auch die Antriebstechnik des Fahrzeugs bereitet insbesondere dem Werkstattleiter Thomas Gehrig Freude. «Der Bus ist ein kleiner Hybrid», erklärt er. Durch ein eingebautes Rekuperationsmodul könne der Bus beim Bremsen und beim Abwärtsfahren Energie zurückgewinnen. Zudem sei der Motor kleiner und stärker als jener der Vorgängermodelle. «Dieser Bus ist ein Arbeitstier», kommentiert Gehrig. Die Anforderungen an das Fahrzeug sind dementsprechend hoch. Täglich fährt er etwa die Strecke Basel-Genf ab und muss dabei alle 300 Meter anhalten. Mit dem neuen Motor rechnet man nun mit 15% weniger Treibstoffverbrauch im Vergleich zu den ältesten Fahrzeugen die noch in Betrieb sind.

Platz für Rollstühle

Auf den Sitzplätzen merkt man schnell: Der Bus ist geräumig. Mit 48 Sitz- und 84 Stehplätzen fasst der Bus 4 Plätze weniger als sein Vorgängermodell. «Das liegt daran, dass wir mehr Platz für Rollstühle und Kinderwagen eingerechnet haben», sagt Stingelin. Seit rund fünf Jahren setzt man bei der AAGL auch auf mehrere fest installierte Überwachungskameras in den Fahrzeugen. Dies primär zur Vandalismusbekämpfung, wie Stingelin versichert. Die Kameras hätten sich bewährt: Kurz nach der Einführung kam es zu einer Selbstanzeige. Der Vandalist wollte der Strafanzeige entgehen und putzte lieber drei Nachmittage lang Busse.

Die ersetzten Fahrzeuge werden übrigens, wenn möglich, zum weiteren Gebrauch verkauft. «Fahrzeuge im Schweizer ÖV haben einen sehr hohen Qualitätsstandard», sagt Gehrig. «Die werden im Ausland auch nach zehn Jahren Gebrauch noch gern gekauft.»