Beim Binninger Spiesshöfli ist das Ende des heutigen, einspurigen Betriebs absehbar, das Projekt für die künftige Doppelspur auf Kurs. Doch die Verbreiterung des Bereichs für das Tram bedingt auch den Abriss von 14 Häusern. Die Gemeinde Binningen möchte das Projekt nutzen, um das gesamte Gebiet neu zu gestalten.

Denn hinter den heutigen Häusern der lärmigen Bottmingerstrasse liegt der ruhige Birsig mit Spazierweg, und direkt westlich davon befindet sich der Werkhof der Gemeinde. Der Werkhof mitten im Wohngebiet an der Parkstrasse ist marode, weshalb die Gemeinde einen Neubau an der Margarethenstrasse beim Friedhof ins Auge fasst. Der Binninger Einwohnerrat hätte am Montag 230 000 Franken für ein detailliertes Vorprojekt sprechen sollen, doch die Politiker bremsten die Pläne: Erst soll sich die Bau- und Planungskommission im Detail mit der Werkhofverlegung befassen und grundsätzliche Fragen klären. «Auch der neue Standort ist nicht ideal, aber es gibt keinen idealen Standort», räumte Gemeinderätin Caroline Rietschi (SP) ein.

Werkhof-Bau im Jahr 2022

Die Zeit drängt: Wird das Gelände rechtzeitig frei, ergibt sich passend zum Doppelspurbau ein grosser Bereich aus mehreren Parzellen zur Gesamtüberbauung. Denn die heutigen Zufahrten von der Bottmingerstrasse her sollen verschwinden, denkbar ist etwa die Erschliessung von Einstellhallen via Gorenmatt- oder Brückenstrasse. Welche Funktion die heutige Werkhofparzelle übernehmen wird, ist noch völlig unklar. Auch die nördlich gelegenen Häuser einer Stiftung sind erst vor wenigen Jahren komplett saniert worden, der Sinn von Neubauten ist daher fraglich.

Bis Ende Jahr sollen die Ergebnisse einer Arealentwicklung vorliegen, Fachleute beugen sich in den nächsten Monaten über den Lärmschutz entlang der Bottmingerstrasse, über Wohnen am Birsig, bezahlbaren Wohnraum, angemessene Preise für Stockwerkeigentum sowie generell über die Landabtauschmöglichkeiten. «Es besteht die Chance, ein Grossareal namens Spiesshöfli miteinander entwickeln zu können. Der Werkhof spielt dabei eine tragende Rolle», warb Gemeindepräsident Mike Keller für das Vorhaben.

Gibt der Einwohnerrat noch diesen Sommer grünes Licht, soll das Binninger Stimmvolk 2020 über die Verlegung des Werkhofs entscheiden können: Die Kosten von mehr als acht Millionen Franken unterliegen dem obligatorischen Referendum. Der neue Werkhof beim Friedhof soll 2022 entstehen, im selben Jahr soll auch die Doppelspur für das Tram realisiert werden.