Birsfelden will näher zu den Leuten. Der Gemeinderat plant, ein Bankgebäude im Ortskern zu erwerben, um darin die Verwaltung unterzubringen. Er würde sich den Kauf etwas kosten lassen. Fast neun Millionen Franken wäre er bereit, für die Bank zu bezahlen.

Heute liegen die Schalter der Gemeinde etwas peripher, in einem Gebäude rund 100 Meter südöstlich der Bank. Über den möglichen Umzug informierte die Gemeinde bereits an einer Veranstaltung für die Bevölkerung Anfang November. Ein Preisschild hatten die Umzugspläne bisher nicht. Jetzt liegen die Zahlen vor. Sie sind Teil des Kaufgeschäfts, das für die Gemeindeversammlung vom 10. Dezember traktandiert ist. Das letzte Wort über den Erwerb der Bank hat also die Bevölkerung.

Verkäuferin des Gebäudes wäre die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB). Sie verlangt gemäss den Gemeindeversammlungs-Unterlagen 8,65 Millionen Franken für die Liegenschaft. Dazu gehören, neben dem zweistöckigen Hauptgebäude, auch ein Nebentrakt mit Verkaufsflächen und Café sowie eine Tiefgarage.

Automaten statt Schalter

Dass sich die Kantonalbank aus Birsfelden zurückziehen wird, ist schon seit längerem bekannt. Im März liess die BLKB verlauten, sie wolle die Niederlassung zur Selbstbedienungs-Filiale umbauen, so, wie vier andere Filialen im Landkanton. Erst vor zwei Wochen verkündete die BLKB jedoch auch einen Ausbau: Sie plant mitten in Basel eine grössere neue Niederlassung, am Barfüsserplatz.

Ursprünglich verfolgte der Gemeinderat die Idee, die Verwaltung in einem noch zu erstellenden Neubau unterzubringen. Im Rahmen der Zentrumsentwicklung sind auf der Achse Hauptstrasse – Kirchstrasse mehrere neue Gebäude mit 160 neuen Wohnungen vorgesehen.
Die ersten Pläne für die Zentrumsentwicklung Birsfeldens reichen Jahrzehnte zurück. 2016 verabschiedete der Gemeinderat das Stadtentwicklungskonzept. An der Gemeindeversammlung im Dezember gelangt, neben dem Bankkauf, auch der Kredit zur Erarbeitung des Quartierplans Zentrums zur Abstimmung. Von Beginn an war der Umzug der Verwaltung Teil der Zentrumsplanung. Der jetzige Standort an der Hardstrasse soll Wohnbauten weichen.

Verwaltung braucht Trennwände

Die BLKB-Filiale wurde 1996 gebaut. Die Grossraumbüros müssen umgebaut werden. Es werde «unumgänglich sein», heisst es in der Vorlage, «in gewissem Umfang Bürotrennwände und Türen einzubauen.» Für die Anpassungen würde die Gemeinde rund 1,9 Millionen Franken einstellen.

Trotz Umbauten komme der Umzug günstiger als ein Neubau. In der Vorlage heisst es: «Für die Neuerstellung eines Verwaltungsgebäudes auf der grünen Wiese müsste man mit Kosten von mindestens 9,5 Millionen Franken rechnen.» Der Bodenwert von rund 2 Millionen Franken sei noch nicht einmal miteingerechnet.

Ein weiterer Vorteil des BLKB-Gebäudes: Mit dem Ladengeschäft, dem Café und der Kundenzone der Bank winken der Gemeinde beträchtliche Mieteinnahmen. Nicht zuletzt könnte die Gemeinde ihre alte Verwaltung an der Hardstrasse früher verlassen. Der Umzug ins Bankgebäude wäre laut Vorlage bereits 2020 realisierbar: «Gegenüber der Zentrumsentwicklung, in welcher die neue Gemeindeverwaltung erst 2026 hätte bezogen werden können, ist das ein wesentlicher Vorteil.»