Ab dem 31. März wird die Basler Kantonalbank (BKB) ihren Kunden mit Wohnsitz im Ausland 20 Franken zusätzliche Kontoführungsgebühren berechnen. Die schriftliche Begründung von BKB-Sprecher Mats Bachmann: «Die Erfüllung der wachsenden regulatorischen Anforderungen und die Einhaltung von internationalen Abkommen verursachen einen erheblichen Mehraufwand.»

Dabei ist die BKB eine der letzten Banken, die in dieser Weise auf die veränderten Bedingungen im internationalen Finanzverkehr reagiert. So erklärt Alex Josty, Sprecher der Postfinance, dass die Prüfungen von Kunden und Transaktionen sowie die Abgeltungssteuerabkommen zum Beispiel mit Grossbritannien und Österreich immer aufwendiger würden. Darauf habe man reagieren müssen. Auch die kleine Raiffeisenbank Basel hat als Gebühren 20 Franken im Monat festgesetzt. Kundenberater Cliff Kim macht klar, dass die Raiffeisenbank «nicht nur als Durchlaufbank» für ausländische Lohnempfänger da sein möchte: «Aufwand und Ertrag müssen stimmen.» Die meisten Kunden könnten die Gebühren deshalb nachvollziehen, zumal sie schon bei dem vergleichbar niedrigen Kontoguthaben von 5000 Franken entfielen.

Grenzgänger zeigen Verständnis

Tatsächlich hat Marc Borer von der Grenzgängerberatung Infobest Palmrain bist jetzt kaum Reaktionen auf die neuen Gebühren erhalten. Der Grossteil der Banken habe die Gebühren vor einem knappen Jahr eingeführt. Borer macht die Steuerverhandlungen mit den USA und den starken Franken dafür verantwortlich. Gebührenerhöhungen habe es bei den Schweizer Banken aber flächendeckend gegeben. Auch könne von Diskriminierung keine Rede sein, da Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz nicht betroffen seien. Grenzgängerberater Robert Deckarm aus Waldshut-Tiengen hat ebenfalls kein Mitleid mit den Grenzgängern: «Das haben die Deutschen selbst verbockt mit ihrem Doppelbesteuerungsabkommen. Die Schweizer Banken tun nur, was wir von ihnen wollten.»

Letztlich rate er den Grenzgängern, sich in dem Fall eine günstigere Bank zu suchen.Darauf haben sich tatsächlich einige Banken eingerichtet: Die Postfinance und die Migrosbank verlangen von Grenzgängern aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich nur 5 Franken im Monat: Die meisten anderen Ausländer müssen das Doppelte berappen. Selbst die UBS, mit 30 Franken Monatsgebühr Spitzenreiterin, erlässt dieselbige allen Grenzgängern bereits ab einem Monatssalär von 500 Franken. Einen Schritt weiter geht die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB), die bei Kontokunden mit Wohnsitz in Deutschland und Frankreich nicht die sonstigen 250 Franken Jahresgebühr verlangt. Wie Sprecher Christoph Loeb erklärt, versteht die BLKB dies als Standortmarketing: Viele Baselbieter Firmen wickelten ihre Löhne über die BLKB ab - auch für ihre zahlreichen Grenzgänger. «Es wäre stossend, wenn wir diese Praxis behindern würden.»

Aargauer Kantonalbank kritisiert

Auch die Aargauer Kantonalbank (AKB) verlangt seit einem Jahr Gebühren: 15 Franken für Deutsche, 30 Franken für Franzosen. Die Bank war in den deutschen Medien in die Kritik geraten, weil einer ihrer Berater einem deutschen Grenzgängerpensionär ins Gesicht gesagt haben soll, man wolle eben keine Ausländer mehr. Sprecherin Ursula Diebold gibt zwar zu, dass «wir nicht alle Kundenbeziehungen aufrechterhalten können», sie stellt aber klar: «Das ist keine Auskunft, die wir von unseren Beratern erwarten.»