Die bewegte Geschichte der Swissmetal ist um ein Kapitel reicher. Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland hat einen Konkursaufschub bis Mitte April 2019 gewährt, wie der Metallverarbeiter mit Standorten in Dornach und Reconvilier BE mitteilte.

Bis dann hat die Firma, die 2012 von der chinesischen Baoshida-Gruppe übernommen wurde, Zeit, ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Von einem Konkurs wären etwas über 200 Mitarbeiter an den beiden Standorten betroffen.

Der Konkursaufschub sei auf Antrag von Kunden gewährt worden, schreibt Baoshida. Die Firma «verfügt über eine stabile Geschäftsentwicklung und eine unverändert starke Marktposition», heisst es weiter.

Grosse finanzielle Schwierigkeiten

Grund für die Einleitung des Gerichtsverfahrens sei eine Überschuldungsanzeige der Revisionsstelle gewesen. Das zuständige Gericht setzte eine Anwaltskanzlei als Sachwalterin ein. Mit Zustimmung des Gerichts hat die Sachwalterin Claudio Penna als Chef eingesetzt. Penna war bis Juli 2018 bereits Geschäftsführer der Firma.

Das Verfahren während eines Konkursaufschubs ist ähnlich dem bei einer Nachlassstundung. Was heisst: Die Firma steht finanziell vor grossen Schwierigkeiten. Anders als bei der Nachlassstundung ist sie aber nicht – oder noch nicht – zahlungsunfähig.

Die Swissmetal hatte zu ihren Glanzzeiten über 2000 Mitarbeiter. Bereits mehrere Male stand das Unternehmen vor dem Aus. Schweizweit für Aufsehen sorgten zwei Streiks in den Jahren 2004 und 2006. Bereits im letzten Jahr mehrten sich die Anzeichen, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Die Gewerkschaft Unia hatte damals gewarnt, dass die Schuldenlast der Firma stetig steige.

Zudem habe das Unternehmen Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe nicht bezahlt. Ein Blick ins Handelsregister zeigt, dass die Firma über ein Aktienkapital von 45 Millionen Franken verfügt. Was im Verhältnis zur Grösse des Unternehmens Fragen aufwirft. Der Grund für die aufgeblasene Bilanz: Zweimal wurden grössere Forderungen in Aktien umgewandelt.