Bei einer Polizeikontrolle in Angenstein habe der Angeklagte die Dienstwaffe eines Polizisten ergriffen und mehrmals abgedrückt. Dabei sei es reines Glück, dass niemand getötet worden sei.

«Weshalb bestätigt man den Abzug, wenn man nicht schiessen möchte? Er hatte keinen Grund, die Waffe in die Hand zu nehmen», sagte Kremniczky. Auch mit weiteren Trunkenheitsfahrten habe er sich als völlig unbelehrbar erwiesen.

Sein Verteidiger hingegen betonte, bereits die Messfahrt zweier uniformierter Baselbieter Polizisten in einem Zivilfahrzeug mit Aargauer Nummernschildern sei rechtswidrig gewesen. Nach dem Stopp des Fahrzeuges seien die Polizisten unbeherrscht gewesen, sie hätten wild durcheinandergeschrien.

Auch könne man seinem Mandanten nicht anlasten, dass im Gerangel ein Polizist seine Dienstwaffe verliere. «Er wollte nicht auf die Polizisten schiessen. Ob er überhaupt abdrücken wollte, wissen wir nicht.»

Da er inzwischen vom Alkohol losgekommen sei, genüge eine Bewährungsstrafe aufgrund der damaligen Trunkenheitsfahrten. «Ich bin nicht gewalttätig. Ich wollte nie jemandem Gewalt antun. Ich würde zugrunde gehen, wenn ich jetzt ins Gefängnis gehen müsste», betonte der 56-Jährige am Ende der Verhandlung. Die fünf Richter fällen ihr Urteil am Dienstag.