Die Basler Schulhaus-Landschaft wird in den nächsten zehn Jahren massiv umgekrempelt. Insgesamt werden im Stadtkanton vier neue Schulhäuser – eines für die Sekundar- und drei für die Primarschulen – aus dem Boden gestampft. Auch werden die meisten der 70 bestehenden Schulhäuser renoviert. 718 Millionen Franken will die Basler Regierung in die Neu- und Umbauten investieren. Auslöser für das Mammut-Projekt ist die Schulharmonisierung, der Nachholbedarf beim Unterhalt und die höheren Schülerzahlen.

«Mit der Schulharmonisierung und dem Aufbau von Tagesstrukturen wollen wir die Qualität an den Schulen verbessern», sagte Erziehungsdirektor Christoph Eymann gestern vor den Medien. Damit dieses Ziel erreicht wird, brauche es bis 2021 aber praktisch an allen Schulhaus-Standorten bauliche Anpassungen.

600 Millionen für Sandgrube

Das geplante zehnte Sekundar-Schulhaus mit 27 Klassen kommt laut Eymann auf dem Areal Sandgrube zu stehen. Das 15800 Quadratmeter grosse Schulhaus (auf Stockwerke verteilt) kostet 60 Millionen Franken und muss wegen Zeitdrucks bereits bis 2015 fertig gebaut sein.

Die drei neuen Primarschulhäuser werden für 32 Millionen im jungen Erlenmatt-Quartier, für 22 Millionen auf dem Areal Schoren und für ebenfalls 22 Millionen im Gebiet Volta realisiert. Gegen Letzteres wehren sich Bewohner und Besetzter der Wasserstrasse.

Deshalb wird bis im Herbst geprüft, ob die Häuser zwingend abgerissen werden müssen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das neue Schulhaus so platzieren können, dass die Häuserzeile an der Wasserstrasse möglichst weitgehend erhalten werden kann», meinte Baudirektor Hans-Peter Wessels.

Erweiterungsbauten sind an den Primarschulen Bläsi (7 Millionen Franken), Christoph Merian (11 Millionen) und am Wasgenring (24 Millionen) vorgesehen. Sämtliche Neu- und Umbauten sollen zwischen 2014 bis 2018 realisiert werden.

Der Unterhalts-Nachholbedarf bei den Schulhäusern schlägt unabhängig von der Schulreform mit satten 400 Millionen Franken zu Buche. Mit diesem Betrag sollen die Schulgebäude auf den neusten Standard gebracht werden – etwa punkto Brandschutz, Erdbebensicherheit, Energie oder Zugänglichkeit für Behinderte.