Die Basler Christoph-Merian-Stiftung (CMS) ist bei den Baselbieter Bauern alles andere als eine Unbekannte. Denn sie besitzt im Landkanton vier teils bedeutende Betriebe: den Schlatthof und den Schürhof in Aesch sowie Brüglingen und Unteres Gruth in Münchenstein. Die Löwenburg im jurassischen Pleigne und der Iglingerhof in Magden vervollständigen das landwirtschaftliche Portefeuille der Stiftung. Alle sechs Höfe werden nach biologischen Richtlinien geführt.

Bei den vier CMS-Höfen im Baselbiet gibt es zwei verschiedene Modelle: Auf dem Schlatthof und Brüglingen hat die CMS einen Betriebsleiter angestellt, den Schürhof und Unteres Gruth hat sie verpachtet. Das Pachtmodell entspricht jenem, das auch auf Wildenstein geplant ist, falls der Gegenvorschlag am 3.März eine Mehrheit findet. Von daher interessiert vor allem, wie die beiden Pächter die Zusammenarbeit mit der CMS erleben.

Paul Nussbaumer pachtet den Schürhof mit 19 Hektaren Land in dritter Generation seit 1988 von der CMS. Seine betrieblichen Hauptzweige sind Obstbau samt Direktvermarktung der Früchte sowie Pensionspferde. Die Zusammenarbeit beschreibt Nussbaumer so: «Wir treffen uns sporadisch. Meistens rufe ich im Sommer an, bevor die CMS ihr nächstjähriges Budget erstellt, und melde die anstehenden Reparaturarbeiten an den Immobilien.»

CMS schiesst Geld nicht nach

Denn wie bei praktisch allen Pachtverhältnissen gilt die Regel, dass die unbeweglichen Güter wie Gebäude im Besitz des Verpächters sind und er auch für deren Unterhalt aufkommen muss, während die Fahrhabe und die Tiere dem Pächter gehören. Nussbaumer sagt: «Die Zusammenarbeit ist sehr gut und die CMS ist ein fairer Partner. So gibt es keine Diskussionen, wenn es um die Umsetzung von rechtlichen Vorschriften etwa im Tierschutz geht, während andere Landwirte mit privaten Verpächtern immer wieder ein Gestürm haben.» Allerdings schiesse die Stiftung den Bauern das Geld nicht nach, sondern schaue auf die Wirtschaftlichkeit.

So habe er um einen 300000 Franken teuren Ökonomie-Anbau kämpfen müssen. Den Pachtzins bezeichnet Nussbaumer als «korrekt». Ganz ähnlich tönt es auf dem Unteren Gruth. Christian Banga, der vor neun Jahren ebenfalls in dritter Generation Pächter der CMS geworden ist, sagt: «Die Zusammenarbeit mit der CMS läuft hervorragend, die Wege sind kurz und ich habe einen Ansprechpartner. Da haben es Pächter des Kantons Basel-Stadt nicht so einfach.» Und der Kanton Baselland spare als Hofbesitzer teilweise bei den Laufställen, obwohl er «als Kontrollbehörde vorangehen sollte». Banga pachtet von der CMS 31 Hektaren Land, seine wichtigsten Betriebszweige sind Milchwirtschaft und Pensionspferde. Den Pachtzins der CMS bezeichnet er als «Standard».

Auch der langjährige, soeben zurückgetretene Präsident des Bauernverbands beider Basel, Gregor Gschwind, äussert sich nur positiv zur CMS: «Die Bauern sind gut aufgehoben bei ihr. Ich habe noch nie ein schlechtes Wort über die CMS gehört.»