In Ziefen steht ein denkwürdiger Urnengang an. Mit Gemeinderat Roland Recher und Meinrad Reichlin, der ab 1. Juli neu der Exekutive angehören wird, kandidieren gleich zwei Personen fürs Gemeindepräsidium. Gewählt werden muss die Nachfolge der zurücktretenden Präsidentin Christine Brander. Vor 23 Jahren kam es in Ziefen letztmals zu einer Kampfwahl ums Gemeindepräsidium.

Frauen drängen an die Spitze

In Bennwil und Rickenbach wollen Frauen das Präsidium. Verena Scherrer-Nef, seit neun Jahren Bennwiler Gemeinderätin, steigt als Vizepräsidentin ins Rennen und möchte den langjährigen Gemeindepräsidenten Erich Geiser beerben. Astrid Schwyter ist seit 2012 Gemeinderätin von Rickenbach und will die Nachfolge von Marco Geu antreten, der nach nur drei Jahren als Präsident demissioniert. Dominik Kamber (SP) strebt in Metzerlen-Mariastein das Amt des «Primus inter Pares» an, nachdem er nach dem Tod von Willi Wyss die letzten paar Monate als Gemeindepräsident ad interim gewirkt hat. FDP-Gemeinderat Peter Probst bewirbt sich als Vizepräsident.

Zu einem Duell kommt es bei der Gemeinderats-Ersatzwahl in Hölstein: Dieser stellen sich erneut Andreas Appenzeller (SP) und Ingrid Misteli (FDP). Nach dem ersten Wahlgang Mitte April, in dem Appenzeller klar am besten abgeschnitten, aber niemand das absolute Mehr erreicht hatte, zog der parteilose Hanspeter Hauenstein seine Kandidatur zurück. Gewählt werden muss am übernächsten Wochenende der Ersatz für Gemeindepräsidentin Monica Gschwind, die Anfang Juli ihr Amt als Baselbieter Bildungsdirektorin antritt.

In Lupsingen und Nusshof dürfte die Ersatzwahl je eines Exekutivmitglieds reine Formsache sein. Nachdem die Lupsinger Gemeinderätin Yvonne Kaspar auf Ende Juni ihren Rücktritt angekündigt hatte, reichte Gerhard Braam seine Bewerbung für dieses vakant werdende Amt ein. Der 51-Jährige wohnt erst seit Januar 2014 im Dorf. Seine Motivation, als Gemeinderat zu kandidieren, entspringt der Überschrift «Die schwierige Suche nach Nachfolgern» in einer Tageszeitung, die Braam gelesen hat. Im Text ging es um kleinere Gemeinden, die Mühe haben, Personen für politische Ämter zu finden. Damit reifte Gerhard Braams Entschluss.

Niederdorf: wieder Nullnummer?

Ohne offiziell zu kandidieren erreichte Rolf Wirz Anfang März im ersten Wahlgang der Gemeinderats-Ersatzwahl in Nusshof am meisten Stimmen, verpasste aber das absolute Mehr. Wirz, beruflich Leiter Kommunikation der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, entschied sich nach diesem Resultat, sich für den zweiten Wahlgang vom 14. Juni offiziell zur Verfügung zu stellen. Rolf Wirz dürfte auf Ueli Michel folgen, der als Vizepräsident per Ende März demissioniert hat.

In Niederdorf und Duggingen sind die Sorgenfalten nicht kleiner geworden. Seit Anfang dieses Jahres agiert der Niederdörfer Gemeinderat in Unterzahl, weil Präsident Andreas Buser aus gesundheitlichen Gründen Ende 2014 per sofort zurückgetreten ist. Ein erster Wahlgang am 12. April brachte kein Ergebnis, weil keine offizielle Kandidatur vorlag. Auch für die Nachwahl von Mitte dieses Monats hat sich noch niemand beworben. Alfredo Kurmann führte nach Busers Ausscheiden die Niederdörfer Exekutive interimsweise, gab diese Funktion jedoch Mitte April wieder ab, weil er sich mit der Gemeindeverwalterin nicht verstanden hatte (die bz berichtete). Seither leitet Gemeinderat Martin Zürcher den Rat.

«Wir wissen noch nichts von einer Kandidatur», erklärte Christian Friedli, der Gemeindeverwalter von Duggingen, auf Anfrage. Auch die Laufentaler Gemeinde sucht einen Gemeinderat. Fabian Kilchenmann tritt auf Ende dieses Monats zurück. Ein zweiter Wahlgang wäre erst am 18. Oktober.