Erfolg verpflichtet. Die Juso Baselland sind seit den nationalen Wahlen vom vergangenen Oktober die wählerstärkste Jungpartei des Kantons. Sie holten 0,98 Prozent aller Stimmen und konnten im Gegensatz zur SP zulegen. Nun wollen die Juso auch bei den kommunalen Gesamterneuerungswahlen vom 28. Februar angreifen. Und das ist auch nötig, stellen sie bisher doch erst zwei Einwohnerräte (Allschwil) sowie sieben Gemeindekommissionsmitglieder. Gestern präsentierten sie aber eindrückliche Zahlen: Total 41 Juso-Mitglieder kandidieren in 15 Gemeinden für Gemeinderäte, Einwohnerräte, Gemeindekommissionen. Eine Handvoll stellt sich sowohl für Exekutive als auch Legislative zur Wahl.

Am prestigeträchtigsten sind dabei sicherlich die kommunalen Exekutivämter. Hier versuchen sieben Juso in sechs Gemeinderäte gewählt zu werden. Es sind dies Jan Kirchmayr (22) und Sibylle Probst (27) in Aesch, Nils Jocher (19) in Frenkendorf, Julia Baumgartner (21) in Füllinsdorf, Désirée Jaun (28) in Birsfelden, Patrick Feld (22) in Zwingen und Damian Wyss (19) in Lausen. Dass dies kein einfaches Unterfangen darstellt, wissen die Juso genau. Co-Präsident Joël Bühler gab erst auf mehrfache Nachfrage ein Ziel von ein bis zwei Gemeinderatssitzen vor.

Grösste Chancen in Füllinsdorf

Die beste Möglichkeit sehen sie in Füllinsdorf. Dort sind zwei der sieben Sitze frei geworden. Julia Baumgartner glaubt an ihre Chance: «Dorfparteien haben es immer schwerer, genügend Kandidierende zu finden. Die FDP hat erst am letztmöglichen Tag noch zwei Personen aufgestellt.» Sollte die Musikstudentin, die seit 16 Jahren in Füllinsdorf lebt, gewählt werden, möchte sie die Jugendarbeit und Familienangebote ausbauen.

Für die Einwohnerräte (18 Kandidierende) und die Gemeindekommissionen (22) sei eine Prognose noch schwieriger, so Bühler. Am grössten dürften die Chancen in Allschwil sein, wo die Juso mit Etienne Winter (22) und Nicolas Chapuis (31) bereits zwei Nachgerückte im Einwohnerrat hat und weitere Fünf kandidieren. Winter, der unterdessen bereits Fraktionschef der SP ist, sagt selbstbewusst: «Wir wollen drei Sitze holen.» Sollte der Grossangriff der Juso in den Gemeinden scheitern, ist laut Kirchmayr nicht alles vergebens: «Die Fluktuation in den Einwohnerräten ist ja hoch. Da können wir dann vielleicht nachrücken.»

Wider der bürgerlichen Sparpolitik

Inhaltlich gab es von den Juso wenig Neues zu erfahren. So kritisierten fast alle gestern in Liestal Anwesenden die Sparpolitik der Bürgerlichen, ohne allerdings eigene Sparvorschläge zu nennen. Kirchmayr: «Da die SP ja nicht in der Kantonsregierung vertreten ist, müssen wir auch keine Vorschläge machen.» Er wehre sich vor allem dagegen, dass der Kanton immer mehr Kosten auf die Gemeinden abschiebe. Und Winter fügte trocken an: «Die Zitrone ist ausgepresst.»