Dann solle man ihn eben beleidigte Leberwurst nennen: So kommentierte der Baselbieter SP-Ständerat Claude Janiak in der bz von gestern den Rückzug von seinem Engagement für das «Läufelfingerli» nach dem Volksnein zum Margarethenstich. Die Baselbieter Juso nahmen den Ball gerne auf: «Claude, du beleidigte Leberwurst!», twitterten die Jungsozialisten. «Kopf hoch und weiterkämpfen für einen starken öV.» Janiak begründete seinen Rückzug mit dem klaren Nein der Stimmberechtigten der Läufelfingerli-Anrainergemeinden zum Margarethenstich.

Deren Nein sei vor dem Hintergrund der bevorstehenden Stilllegung des Läufelfingerlis unsensibel, sagte Janiak und verwies darauf, dass andere Gemeinden mit anstehenden öV-Projekten wie Liestal und Waldenburg Ja gesagt hätten zum Margarethenstich.

Jetzt beim öV Solidarität zeigen

Die Juso sind von Janiak enttäuscht. «Herr Janiak sollte sich unabhängig von einer verlorenen Abstimmung für den Erhalt vom öV in den Randregionen einsetzen», fordert Juso-Co-Präsidentin Ronja Jansen. «Es geht doch jetzt darum, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die das Läufelfingerli brauchen.» Ob der Rückzug von Janiak aus dem Abstimmungskampf der Sache schade, könne sie nicht einschätzen. «Klar ist es nicht ideal. Immerhin ist er ein wichtiger Politiker. Aber die Leute sollen ja wegen der S9 abstimmen, nicht wegen Janiak.»

SP-Kantonalpräsident Adil Koller kann die Enttäuschung bei der Jungpartei verstehen. «Ich kann die Argumente von Claude Janiak ebenfalls nicht ganz nachvollziehen», gibt Koller zu Protokoll. Er habe sich aber bereits mit Janiak getroffen und respektiere dessen Entscheid. «Ich sehe ja ein, dass er frustriert ist. Er hat sich sehr für den Margarethenstich eingesetzt.»

Dass Janiak sich nicht aktiv im Abstimmungskampf einbringen will, sei ein Verlust. «Aber wir haben auch ohne ihn ganz viele Parteimitglieder, die für den Erhalt des Läufelfingerlis kämpfen werden.» Janiak selber wollte sich zu seinem Entscheid nicht mehr äussern. (rba)