Es sind düstere Szenarien, die die Juso Baselland zeichnet. In einem dem Nachrichtenformat 10vor10 nachempfundenen Video ist die Gemeinde Nusshof von der Aussenwelt abgeschnitten, in Liestal herrscht Ausgehverbot — wegen Smog. 

Das sei zum Glück noch nicht Realität, heisst es am Ende des Videos. Doch damit es nicht so weit komme, müsse der Klimanotstand ausgerufen werden. Die Juso hat sehr konkrete Ideen, wie dieser im Baselbiet aussehen soll. Die Regierung solle folgende Massnahmen sofort umsetzen:

  • Autofreie Sonntage
  • Gratis ÖV
  • Vegane Alternativ-Menus in öffentlichen Institutionen
  • Reduktion der Arbeitszeit auf 25 Stunden pro Woche
  • Banken und Pensionskassen sollen nur noch nachhaltig investieren dürfen

Dass die Forderungen drastisch sind, ist der Juso bewusst, aber: „Es ist jetzt Zeit, das System umzukrempeln um den Klimawandel zu stoppen. Radikal ist es, jetzt nichts zu tun oder zu glauben, mit der Anschaffung von ein paar Elektroautos sei die Sache erledigt“, sagt Ronja Jansen, Co-Präsidentin der Baselbieter Juso, gegenüber der bz.

Die Klimabewegung beschäftigt die Parlamente

Was die Regierung davon hält, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Bis jetzt sei die Forderung weder bei der Regierung noch beim Landrat eingereicht worden, sagt Regierungssprecher Nic Kaufmann. Die Juso hätten aber die Möglichkeit, ihre Forderungen einzureichen, damit sowohl der Landrat wie auch der Regierungsrat eine Rückmeldung geben. Die Juso Baselland bestätigte auf Nachfrage, dass dieses Vorgehen geplant sei.

Die Ausrufung des Klimanotstandes auf nationaler Ebene ist eine zentrale Forderung der Klimastreiks. Die Baselbieter SP-Nationalrätin Samira Marti reichte dazu kürzlich ihren ersten Vorstoss im eidgenössischen Parlament ein

Auch die Klimastreikenden in Basel fordern von der Politik die Ausrufung des Klimanotstandes. Am Mittwochmorgen entschied sich der Grosse Rat dazu, das Geschäft zu traktandieren. Damit könnte Basel die erste Schweizer Stadt sein, die den Klimanotstand ausruft.