Es dürfte sich um einen Test der lustigeren Sorte gehandelt haben: Das Baselbieter Kantonslabor hat 27 Geschoss-Spielzeuge für Kinder unter vierzehn Jahren untersucht. Das sind Pistolen, mit denen ein Stab mit Saugnapf abgefeuert werden kann.

Aber den Testern verging der Spass wohl ziemlich schnell: 37 Prozent der Proben hatten sie zu beanstanden. Neun Proben waren mangelhaft gekennzeichnet, schreibt das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auf seiner Webseite.

Durchschlagskraft ist nicht das Prolbem

Sechs Produkte stellen sogar eine Gefahr dar – aber nicht, weil ihre Durchschlagskraft zu hoch wäre, ein menschliches Ziel also verletzt werden könnte. Das Problem ist der Saugnapf. Er kann zu einfach vom Stab abgelöst werden.

«Wenn ein Kind die Kleinteile verschluckt, könnte es daran ersticken», sagt der Baselbieter Kantonschemiker Peter Wenk auf Anfrage der bz. «Möglich ist auch, dass der Plastik in den Magen-Darm-Trakt gelangt. Dort kann er zu Verletzungen oder Verschlüssen führen.»

Die EU-Norm über die Sicherheit von Spielzeug, die auch für die Schweiz gilt, schreibt vor, dass sich der Saugnapf bei einer bestimmten aufgewendeten Kraft nicht ablösen darf. Weil das der Fall war, wird für die beanstandeten Produkte eine Sammelwarnung auf der Webseite des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen aufgeschaltet; zumindest für jene Artikel, die schweizweit verkauft werden.

Bald wird wieder getestet

Ein weiterer Mangel der sechs Spielzeug-Pistolen mit den zu locker sitzenden Saugnäpfen waren die technischen Unterlagen. Die Hersteller haben Sicherheitsüberprüfungen nicht oder nur teilweise durchgeführt, schreibt das Kantonslabor. Laut Peter Wenk wurden sämtliche Testartikel im Detailhandel erworben. Onlineshops seien hingegen nicht berücksichtigt worden.
Beanstandungsquote zu hoch

Das Kantonslabor hält fest, dass die Beanstandungsquote beim Test, der im vergangenen November stattfand, zu hoch sei. Darum stünden bald weitere Kampagnen an.

Die genaue Länderherkunft der Proben sei nicht bekannt, schreibt das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Man wisse jedoch, dass die sechs risikoreichen Artikel direkt aus Asien in die Schweiz importiert würden.