Was Regierungspräsidentin Monica Gschwind gestern Abend an der Vernissage des Kantonsverlags zur Begrüssung sagte, tönte zwar nach einem Allgemeinplatz. Es traf aber die diesjährige Ausgabe des Traditionsanlasses haargenau: «Alle Jahre wieder und doch immer wieder einzigartig.» Denn erstmals fand die Vernissage in der einstigen Abfüllhalle des Ziegelhofs in Liestal statt und zeigte, was diese Halle für ein Potenzial und bei geschickter Dekoration für eine Ambiance hat.

Dass der Ziegelhof anstelle der mit dem Charme von Plattenbauten aus dem Ostblock ausgestatteten Schulmaterialverwaltung zum Zuge kam, hat mit der Zahl der in diesem Jahr im Kantonsverlag publizierten Bücher zu tun. «Die acht Neuerscheinungen sind rekordverdächtig», sagte Verlagsleiter Mathias Naegelin nicht ganz ohne Stolz vor 300 erwartungsfrohen Personen. Denn mit der Zahl der Bücher steigt auch der Publikumsaufmarsch.

Vielfalt bei Autoren und Werken

Bei der Vorstellung der neuen Werke kamen sie aber nur bedingt auf ihre Rechnung. Denn eine weitere Neuerung – ein Moderator befragte die Autoren zu Teilaspekten ihrer Bücher – wurde den neuen Werken nicht ganz gerecht. Dafür schimmerte die Vielfalt der Autoren durch vom 91-jährigen Historiker und Stammgast an Kantonsverlagsvernissagen René Salathé über den astronomisch-philosophischen Paradiesvogel Roland Buser bis hin zum staubtrockenen Humoristen und Botanik-Experten Roland Lüthi.

Die acht Neuerscheinungen können hier nur summarisch vorgestellt werden. Die bz geht aber in den nächsten Wochen näher auf einzelne Werke ein:

  • «Die Wehrlistiftung und ihre Kinder» von Hans Utz. Ein Buch über die Geschichte der einst kapitalkräftigen Stiftung, die über 500 arme Kinder unterstützte, sowie über das Birseck.
  • «Reich der Quellen» von Daniel Küry, Beat von Scarpatetti, Edith Schweizer-Völker. Erstmals ist im Baselbiet ein Buch den gefassten und ungefassten Quellen gewidmet.
  • «Der Mensch im Kosmos» von Roland Buser. Dieses «Buch der Natur» verknüpft Philosophie und Astronomie, Weltbild und Menschbild.
  • «Handbuch zum Gemeinderecht» von Ruth Voggensberger und Walter Ziltener. Eine Fundgrube für jene, die Fragen ums Gemeindegesetz haben.
  • «Schule im Grünen» von Räto Pfranger. Pfranger, der 2013 starb, hat sich mit Bildern und Text der tropischen Vegetation Nicaraguas verschrieben.
  • «Neue Baselbieter ‹Merk-würdigkeiten›» von René Salathé. Der Autor geht in 72 Essays auf Altes und Neues ein.
  • «Vo Ärdwybli und Rägemännli» von Kathrin Horn und Barbara Saladin. Das schön gestaltete Buch beinhaltet 14 Baselbieter Sagen für Kinder.
  • «Flora des Oberbaselbiets 2012 – 2015» von Roland Lüthi. Hier findet man auf 847 Seiten alles, was der obere Kantonsteil floristisch hergibt.