Einen definitiven Entscheid fällt der Landrat erst nach der zweiten Lesung. Änderungsanträge von CVP/BDP für Erleichterungen der Sprachanforderungen sowie von GLP/G-U zum finanziellen Leumund lehnte der Landrat am Donnerstag ab.

Das Parlament stellte sich ausserdem gegen eine Anpassung des Einbürgerungsverfahrens im Landrat. Die GLP/G-U hatte beantragt, dass Einbürgerungsgesuche grundsätzlich stillschweigend vom Landrat abgesegnet werden, sofern nicht ein Ablehnungsantrag gestellt wird. Unterstützung kam von SP und Grünen/EVP sowie teilweise von CVP/BDP.

Die notwendigen Anpassungen des kantonalen Rechts an das Bundesrecht erfordern gemäss Landratsvorlage grundsätzlich nur eine Teilrevision des kantonalen Gesetze. Bei den Vorbereitungsarbeiten habe sich jedoch gezeigt, dass die Verständlichkeit und Lesbarkeit des 1994 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetzes durch mehrere Teilrevisionen gelitten habe. Zudem müssten etwa Begriffe neu definiert werden.

Mit der Totalrevision soll an den über Jahre hinweg erarbeiteten und breit abgestützten kantonalen Grundsätzen festgehalten werden, soweit nicht schärfere bundesrechtliche Mindestvorgaben bestehen. Neu ins Gesetz überführt werden soll die bisherige Verwaltungspraxis zu den Anforderungen an die Sprachkenntnisse sowie an den finanziellen und strafrechtlichen Leumund.

Das neue Bundesrecht brachte per 1. Januar 2018 Anpassungen und Präzisierungen, jedoch keinen grundlegenden Kurswechsel bei Einbürgerungen. Insgesamt sind gemäss Vorlage aber die Hürden für den Erwerb des Bürgerrechts erhöht worden. Dadurch nähere sich das Bundesrecht an die bisherige Praxis im Kanton Basel-Landschaft an.