Der Landrat hatte die unformulierte Initiative "Stopp dem Verheizen von Schüler/-innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt" im Februar mit 44 gegen 38 Stimmen überwiesen. Zur Umsetzung setzt der Baselbieter Bildungsrat gemäss einem Beschluss von Ende Oktober auf eine begrenzte Lehrmittelfreiheit; bestimmte Lehrmittel zu verbieten lehnt er ab.

Die Kernforderung der Initiative, der Passepartout-Ausstieg, ist bereits erfüllt, da jenes Projekt am 31. Juli 2018 auslief. So kann auch "auf Kündigungen anderer Verträge oder Vereinbarungen, wie z. B. das HarmoS-Konkordat, verzichtet werden", wie der Bildungsrat am Montag mitteilte.

Konkret soll künftig jede Lehrperson aus einer kantonalen Lehrmittelliste frei wählen können, mit welchen Lehrmitteln sie die Bildungsziele des Lehrplans Volksschule Basel-Landschaft bearbeitet und erfüllt. Diese Lehrmittelfreiheit soll in allen Schulfächern inklusive Sprachen eingeführt werden.

Beschleunigung mit breitem Treffen

Der Bildungsrat wolle nun möglichst rasch Sicherheit und Ruhe für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrpersonen schaffen. Darum wird die Landratsvorlage mit Hilfe einer so genannten "konferenziellen Anhörung" beschleunigt. Deren Durchführung hat die Regierung auf 10. Dezember 2018 angesetzt.

Diese Anhörung findet im Rahmen einer Sitzung der Task Force statt. Dieses Treffen jener "Resonanzgruppe" ersetze das übliche dreimonatige Vernehmlassungsverfahren.

Die "Task Force" begleitet die Umsetzung des Volksbegehrens. Darin vertreten sind Bildungsrat, Lehrpersonen, Schulleitungskonferenzen aller Stufen, Lehrerschaftskonferenz, Schulleitungs-Verband, Lehrerschaftsverein, Gewerkschaft VPOD, Komitee Starke Schule beider Basel als Initiantin und die Landratsfraktionen.

Neue Englisch- und Französisch-Lehrmittel werden seit August von einer 24-köpfige Arbeitsgruppe aus der Lehrerschaft evaluiert, wie es weiter hiess. Auch die Lehrpläne würden überarbeitet und ergänzt.