Um 2,1 Millionen Franken günstiger pro Jahr könnte die BLT die heute von der Autobus AG Liestal (AAGL) betriebenen zehn Buslinien anbieten. Seit bekannt wurde, dass die BLT bei der Regierung eine entsprechende Offerte eingereicht hat, ist in der Baselbieter Verkehrspolitik der Teufel los: Die AAGL fürchtet um ihre Existenz, eine Ausschreibung ihrer Linien wäre wohl das Ende des kleinen Liestaler Transportunternehmens. Doch BLT-Verwaltungsratspräsident André Dosé doppelt im bz-Interview nach: Er unterschreibe die abgegebene Offerte jederzeit und garantiere den Preis.

Die Offerte komme zudem – anders als dies AAGL-Präsident Christian Haidlauf vermutet – nicht durch Kampfpreise, sondern durch Synergien zustande. Über die Einschätzung Haidlaufs, dass im öV die Regel «je grösser, desto teurer» gelte, schüttelt Transportfachmann Dosé den Kopf: «Wer behauptet, im Verkehr komme es nicht auf die Grösse eines Unternehmens an, der hat nichts verstanden.»

Im Auftrag der Regierung

Pikant ist im öV-Streit zwischen BLT und AAGL aber noch etwas anderes: Mit ihrer Offerte befolgten die BLT einen verbindlichen Auftrag der Regierung, stellt Dosé klar. Der Kanton hält 44 Prozent der BLT-Aktien. In der Eigentümerstrategie des Kantons heisst es, dass die BLT die Übernahme weiterer Linien anstrebe und so eine einheitliche Trägerorganisation für den öV im Kanton Baselland schaffen würde. Dosé verweist auf Gespräche mit der Baselbieter Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro und Finanzdirektor Anton Lauber. «Sie haben uns aufgefordert, die Offerte einzureichen.»

Umso unverständlicher wirkt da die Weigerung der Regierung, ein Postulat von Grünen-Fraktionschef Klaus Kirchmayr entgegenzunehmen. Dieses verlangt bei den Buslinien der AAGL für die Jahre 2020 und 2021 Einsparungen in der Höhe von je 1,5 Millionen Franken – also das, was die BLT mit ihrer Offerte gewährleisten würde. Der Landrat behandelt den Vorstoss heute im Rahmen seiner Budgetdebatte.

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Das komplette Interview mit André Dosé können Sie in der heutigen bz nachlesen.