Das Stimmvolk hatte Ende vergangenen November die Finanzbeschlüsse des 8. GLA für die Jahre 2020 und 2021 und die damit verbundene geplante Umstellung der Bahnlinie S9 zwischen Sissach und Olten auf Busbetrieb abgelehnt. Die Regierung hat die überarbeitete GLA-Version am Dienstag nun in die Vernehmlassung gegeben.

In der Vernehmlassungs-Vorlage sind gemäss Mitteilung keine neuen Sparmassnahmen im Bereich des öffentlichen Verkehrs mehr enthalten. Vorgesehen seien hingegen Anpassungen und Optimierungen.

Weiterentwickelt werden soll der Stadtbus in Liestal. Die Linie 78 soll in den Hauptverkehrszeiten einen 15-Minuten-Takt und zudem zwei neue Haltestellen erhalten. Die Linie 80 soll ausserdem künftig in beiden Richtungen dieselben Haltestellen bedienen. Diese Massnahmen führt gemäss Vorlage zu Mehrabgeltungen von jährlich 180'000 Franken.

Optimiert werden soll im Weiteren der Busbetrieb am Knoten Dornach, was zu Mehrkosten von 20'000 Franken pro Jahr führt. Anstelle der Linie 64 soll künftig die Linie 65 den Abschnitt Dornach bis Arlesheim bedienen. Dadurch erhofft sich der Kanton eine Verbesserung der Fahrplanstabilität.

Moderneres Rollmaterial

Auf den Bahnlinien S1 und S3 sollen zudem die Verdichtungs-S-Bahnen in den Hauptverkehrszeiten mit neueren Rollmaterial bestückt werden. Derzeit bestehen die Verdichtungs-Züge vorwiegend aus lokbespannten Pendlerzügen. Diese sollen bis 2021 mit neueren Domino-4-Zügen ersetzt werden, was ab 2021 zu jährlichen Mehrabgeltungen von 1,8 Millionen Franken führen würde.

Nicht realisiert wird nach der Volksabstimmung die geplante Sparmassnahme auf der Bahnlinie S9. Durch die Umstellungen auf Busbetrieb hatte sich der Kanton Einsparungen in der Höhe von 840'000 Franken pro Jahr erhofft.

Der Kostendeckungsgrad der S9 liege weiterhin unter dem vom derzeitigen Angebotsdekret geforderten Wert. 2017 ist gemäss Vorlage zwischen Diepflingen und Sissach indes ein Nachfrageanstieg von 7 Prozent auf rund 750 Fahrgäste pro Tag beobachtet worden. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob dies eine nachhaltige Entwicklung sei.

Abgeltungen höher

Insgesamt sollen die Abgeltungen der Fortsetzung des 8. GLA für den Kanton Basel-Landschaft im Jahr 2020 rund 40,3 Millionen Franken und rund 42,2 Millionen Franken für das Jahr 2021 betragen. Dies ist etwas mehr als in der vom Stimmvolk abgelehnten Vorlage, die für das Jahr 2020 rund 39,7 Millionen Franken und für das Jahr 2021 rund 40,7 Millionen Franken vorgesehen hatte.

Neben den Anpassungen und dem Verzicht auf Sparmassnahmen führen gemäss Vorlagenentwurf nicht realisierte Tariferhöhungen, ein neuer Einnahmeverteilschlüssel beim Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW), ein allgemeiner Rückgang der U-Abo-Verkäufe, eine Reduktion der Bundesbeteiligung zu den höheren Abgeltungen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 5. August.

Noch nicht in der Vorlage enthalten ist eine überarbeitete Version des Angebotsdekrets, die sich stärker nach den lokalen Gegebenheiten richtet. Die Arbeiten daran laufen gemäss Kanton derzeit. Die Überarbeitung hatte der Landrat mit dem letzten GLA-Beschluss gefordert. Der Kostendeckungsgrad könne nicht in allen unterschiedlich dicht bewohnten Regionen gleich hoch sein.