Die organische Belastung der Sissacher Abwasserreinigungsanlage (ARA) Ergolz 1 habe stark zugenommen, teilte die Regierung am Dienstag mit. Saniert und ausgebaut werden soll etwa die Schlammbehandlungsanlage, die danach bis 2040 betrieben werden könne. Dieser Teil solle dann auch mehr Gas- und Strom produzieren.

Mit der zusätzlichen Stufe für Mikroverunreinigungen soll die ARA künftig auch wieder die Grenzwerte einhalten. Auch werde die Wasserqualität in der Ergolz unterhalb der ARA Sissach besser. Das Risiko für die Beeinträchtigung von Grund- und Trinkwasser werde reduziert, hiess es weiter.

Mit dem Einbau dieser Zusatzstufe in Sissach entfalle für den Kanton die schweizweite Abgabe an den Bund zur Finanzierung der Investitionen, die für die zusätzliche Reinigung nötig sind. Diese Abgabe mache pro angeschlossenen Einwohner derzeit neun Franken aus, was einer Summe von 270'000 Franken im Jahr entspreche.

Bundesrecht seit 2016

Nötig wird eine Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen wegen einer Anpassung des Bundesrechts; betroffen sind sechs regionale Baselbieter ARA. Bis 2035 hat der Kanton dafür insgesamt 47 Millionen Franken veranschlagt. Davon soll der Bund 75 Prozent übernehmen, womit netto 11,8 Millionen beim Kanton bleiben.

Mikroverunreinigungen werden in jenen ARA heute nur ungenügend entfernt. Substanzen wie Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Biozide oder Hormone gelangen in Gewässer, wo sie schon in geringsten Mengen Tiere und Pflanzen gefährden. Auch das Trinkwasser kann beeinträchtigt werden. Das revidierte Gesetz ist seit 2016 in Kraft.

Die ARA Sissach muss überdies in Zukunft auch die Abwässer von Anwil und Oltingen mit reinigen. Der Landrat hatte im Februar die Schliessung der veralteten dortigen lokalen ARA und Ableitung der Abwässer nach Sissach beschlossen.