Bei den Eigenmietwerten sieht die dem Kantonsparlament beantragte Steuergesetzrevision eine Korrektur der Berechnungsweise vor, wie aus einer Regierungsmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Gemäss geltendem Recht sollten die Eigenmietwerte bei 60 Prozent der Marktmietwerte liegen.

Die Werte werden alle sechs Jahre überprüft; erstmals geschah dies im Jahr 2013. Dabei habe sich gezeigt, dass das derzeitige Berechnungssystem die Einfamilienhäuser leicht über-, die Wohnungen im Stockwerkeigentum aber leicht unterbewerte. Angepasst werden sollen daher nun ein Korrekturfaktor beim Stockwerkeigentum und die Umrechnungssätze.

Drei Revisions-Schwerpunkte

Zugleich will die Regierung die Pauschalabzüge beim Liegenschaftsunterhalt reduzieren. Neu sollen diese für bis zu zehnjährige Gebäude zwölf Prozent (bisher: 25 Prozent) und für über zehnjährige Gebäude 24 Prozent (bisher 30 Prozent) des Eigenmietwerts betragen.

Bei den Aus- und Weiterbildungskosten soll das kantonale Gesetz dem Bundesrecht angepasst werden. In Baselland waren bisher Abzüge für berufsbedingte Weiterbildungskosten möglich; neu soll dies nun auch für berufliche Ausbildungskosten nach Abschluss der Sekundarstufe II respektive dem 20. Lebensjahr gelten. Begrenzt werden soll der Abzug wie beim Bund auf 12'000 Franken pro Person und Jahr.

Als dritten Schwerpunkt der Gesetzesrevision beantragt die Regierung mehrere Vereinfachungen beim Ausfüllen der Steuererklärung und bei der Steuerveranlagung. Minimiert werden sollen so Unterschied zur direkten Bundessteuer.

Forderung an den Bund

Die Forderung nach einem einfachen, leicht verständlichen und nachvollziehbaren Steuergesetz ist im Kanton Baselland seit 2012 in der Verfassung verankert. Dem setzen aber mögliche Steuerausfälle sowie der strenge Rahmen des Steuerharmonisierungsgesetzes des Bundes enge Grenzen, wie die Regierung nach einer Überprüfung festhält.

Das kantonalen Steuergesetz noch mehr zu vereinfachen als nun vorgeschlagen sei nicht möglich, solange dies der Bund nicht zulasse. Der Kanton soll daher mit einer Standesinitiative an den Bund gelangen, mit der eine Vereinfachung bei den direkten Steuern verlangt wird.

Die Regierung schlägt dabei die Form einer allgemeinen Anregung vor, um den Spielraum nicht einzuengen. Den Vorstoss beim Bund, aber auch Schritte zur Vereinfachungen des kantonalen Steuersystems sowie die Eigenmietwertanpassungen hatte der zuvor neugewählte Finanzdirektor Anton Lauber bereits im Oktober 2013 bei einer Auslegeordnung seiner Politik angekündigt.