Die Baselbieter Regierung will die Waldenburgerbahn (WB) in die Baselland Transport AG (BLT) integrieren: Diese Absicht hat sie in den neuen Eigentümerstrategien für die beiden Verkehrsunternehmen festgehalten, wie die Bau- und Umweltschutzdirektion am Freitag mitteilte.

Die Regierung verabschiedete die Eigentümerstrategien für die BLT, die WB und die Autobus AG Liestal (AAGL) am Dienstag. Wesentlicher Aspekt sei dabei die Integration der WB in die BLT, heisst es nun in der Mitteilung. Der Zusammenschluss muss indes vom Kantonsparlament und den Generalversammlungen beider Unternehmen abgesegnet werden.

Hintergrund des Vorhabens ist die in den kommenden Jahren anstehende Erneuerung grosser Teile der Infrastruktur und des gesamten Rollmaterials der WB. Für die auf verschiedene Etappen aufgeteilten Massnahmen wird mit Gesamtkosten zulasten von Kanton, Bund und WB von rund 270 Millionen Franken gerechnet .

In der BLT seien für solche komplexen Projekte Fachkompetenzen und praktische Erfahrung vorhanden, hält die Baudirektion fest. Derweil sei die WB-Organisation auf den Betrieb der Bahnlinie ausgerichtet. Bei einer raschen Integration könne die BLT das Erneuerungsprojekt der WB übernehmen, was Synergieeffekte und Kosteneinsparungen brächte.

Name soll bleiben

Das Personal der WB solle dabei von der BLT vollständig übernommen werden; Ende 2013 zählte die WB gemäss letztem Jahresbericht 32 Angestellte auf 27,4 Vollstellen. Weiter will die Regierung, dass auf den Fahrzeugen der WB der Name "Waldenburgerbahn" auch nach einer Integration in die BLT weiter verwendet wird.

Die Regierung lässt nun eine Landratsvorlage ausarbeiten. Diese wird dem Parlament die Umwidmung der Kantonsbeteiligung an der WB aus dem Verwaltungs- ins Finanzvermögen beantragen. Zudem werde die WB voraussichtlich auf kommenden Herbst eine ausserordentliche Generalversammlung zu dem Thema einberufen.

Konzentration im ÖV

Die Baselbieter Regierung hatte letzten Dezember eine neue Richtlinie für Anstalten und Unternehmen mit Kantonsbeteiligung beschlossen. Dabei kündigte sie auch die Veröffentlichung der Eigentümerstrategien mit den mittelfristigen Stossrichtungen und Zielen der Regierung für die jeweiligen Beteiligungen an.

Die Eigentümerstrategien für die drei Baselbieter Unternehmen des öffentlichen Verkehrs (ÖV) - BLT, WB und AAGL - gelten als Mandat für die Kantonsvertreter in den Führungsgremien, wie die Mitteilung festhält. Stossrichtungen seien das Anstreben einer Konzentration der ÖV-Linien und die Trennung von Eigentümer- und Bestellerrolle.

Mit der Integration der WB in die BLT würde laut der Baudirektion ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan. Mehr Kooperation der beiden Unternehmen war zudem schon länger gefordert worden. Im Landrat war die Prüfung von Kostenssenkungen im ÖV ohne Leistungsabbau oder einer Fusion kantonaler ÖV-Betriebe verlangt worden.

In öffentlicher Hand

WB und BLT sind weitgehend in öffentlicher Hand. Bei der BLT ist der Kanton Baselland grösster Einzelaktionär, gefolgt von den Baselbieter Gemeinden. Bei der WB liegen die Beteiligungsquoten von Kanton, Bund und Baselbieter Gemeinden bei je 30 Prozent.

Für eine erste Tranche der Infrastrukturerneuerung der WB hat das Baselbieter Parlament 2014 einen Kredit von 29 Millionen Franken bewilligt. Die Gesamtkosten für diese Etappe betragen 43,1 Millionen Franken, wovon aber ein Teil auf den Bund entfällt.

Mit dem Kreditbeschluss beauftragte der Landrat zudem die Regierung, im Hinblick auf die geplante Rollmaterialbeschaffung der WB deren Umstellung auf Meterspur zu prüfen. Diese ist bei Trambetrieben in der Schweiz üblich, und auch die BLT-Trams fahren auf ihr. Die WB hingegen fährt als schweizerisches Unikum auf nur 75 Zentimeter Spurweite.