Das Resultat hätte deutlicher nicht sein können: Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Basellandschaftlichen Kantonalschwingerverbands (BLKSV), dass das Eidgenössische Schwingfest 2022 in einem der beiden Basel statt finden solle. Und weil die Variante Aesch derzeit blockiert ist, kommt die Variante St. Jakob zum Handkuss. Das bedeutet: Fall sich herausstellt, dass das «Eidgenössische» im Gebiet St. Jakob-Brüglinger Ebene durchgeführt werden kann, erhält Basel-Stadt den Zuschlag. 

Resultate werden bis zum 15. Dezember erwartet. Eine Projektgruppe ist derzeit mit den Abklärungen betraut. Zu dieser gehören Vertreter des Schwingverbandes Basel-Stadt, des Basler Sportamts, des Stadtmarketings sowie des FC Basel – er ist Hauptmieter und Vermarkter des Stadions. 

Falls die Abklärungen aber zeigen, dass das Fest im «Joggeli» wider Erwarten nicht durchführbar wäre, so will der Baselbieter Schwingerverband einen weiteren Anlauf nehmen und die Planungen für das Gebiet Aesch Nord neu aufgleisen. So lautete ein anderer wichtiger Beschluss der Generalversammlung des BLKSV in Pratteln. 

Aesch Nord ist blockiert

Die Variante Aesch steht bei den betroffenen Bauern seit Langem in der Kritik. Sie befürchten unter anderem Bodenschäden. Ebenfalls wehren sich verschiedene Umweltschutz-Verbände gegen die Grossveranstaltung. Der Verband ist den Einwänden teilweise entgegen gekommen, in dem er das Festgelände verschob. Auch das mobile Stadion wurde leicht verkleinert.

Die Querelen rund um die Schwingfest-Planungen haben auch Spuren im Vorstand der Baselbieter Kantonalschwinger hinterlassen. Die Medienverantwortliche Anita Biedert hat ihren Rücktritt von dieser Funktion sowie aus dem Vorstand des BLKSV bekannt gegeben. Sie sparte in ihrer mündlichen Erklärung nicht mit Tadel an Urs Lanz, dem Präsidenten des Kantonalverbands. «Ich habe mich als Vorstandsmitglied nicht informiert gefühlt», sagte sie. Weiter hätte man auch zu einem früheren Zeitpunkt auf die betroffenen Bauern zugehen sollen – jetzt seien die Fronten verhärtet. «Für mich macht es den Anschein», sagte Biedert, «dass Urs Lanz beratungsresistent ist.»

«Heckenschützen in den eigenen Reihen»

Urs Lanz hatte zuvor Biedert indirekt angegriffen. Es gebe «Heckenschützen und Steine-in-den-Weg-Leger, auch in den eigenen Reihen», sagte er. Lanz geniesst jedoch weiterhin das Vertrauen im Verband: Die Versammlung bestätigte ihn im Amt, ebenso den gesamten übrigen Vorstand.

Kürzlich hat der Aargauer Kantonale Schwingerverband angekündigt, dass er das Fest im Fricktal durchzuführen gedenke, falls die Varianten Aesch und St. Jakob sich als nicht durchführbar erweisen würden.