«Wir machen uns aber auch Gedanken, Patienten für jene Disziplinen ins Kantonsspital Aarau zu schicken, in denen die Ärzte des Kantonsspitals Aarau besonders gut sind»: Das sagt der Baselbieter Regierungsrat Peter Zwick im Interview mit der «Basler Zeitung». Laut Zwick ist das eine Folge davon, dass die vier Kantone der Nordwestschweiz, Basel-Stadt, Baselland, Solothurn und Aargau eine gemeinsame Bedarfsplanung fürs Spitalwesen initiiert haben.

Das Baselbieter Patienten in Spitäler ausserhalb der Kantonsgrenzen geschickt werden ist nicht neu. Der Selbstversorgungsgrad liegt bereits heute bei 60 Prozent. Daran wird sich laut Zwick nichts ändern. Neu ist einzig, dass nun auch das Kantonsspital in Aarau für Baselbieter in Frage kommen kann.

Das neue Bruderholz wird durchleuchtet

Das Zentrum für die hochspezialisierte Medizin der vier Kantone wird gemäss Zwick das Universitätsspital Basel bleiben.

Nicht vom Fleck kommt dagegen das grösste gemeinsame Vorhaben mit Basel-Stadt: Der Spitalkomplex mit dem neuem Bruderholz-Akutspital und dem Geriatriespital beider Basel.  Das Hamburger Beratungsunternehmen UEK Consult und Management GmbH hat den Auftrag bekommen, eine Folgestudie zu verfassen. « Es geht darum, Grösse und Konzept zu überprüfen», so Zwick. Der Bericht soll im Oktober vorliegen.

In einer ersten Studie hatten sich die Hamburger gegen zwei Spitäler in einem Gebäude ausgesprochen und eine gemeinsame Leitung zum Ausschöpfen des Synergiepotenzials vorgeschlagen.
Zwick betont, dass die Baselbieter weiterhin ans gemeinsame Projekt glauben. «Falls wirklich alle Stricke reissen, müssten wir aufs neue Bruderholzspital ein bis zwei weitere Stockwerke bauen».