Der 31-jährige Diego Stoll ist ein Glücksfall für die SP: Sowohl im Liestaler Einwohnerrat wie seit 2015 auch im Landrat fiel respektive fällt der smarte Jurist durch sachlich fundierte, rhetorisch geschliffene, oft auch humorvolle und nie verletzende Voten auf.

Kein Wunder wurde er mit Glanzresultaten in die beiden Parlamente gewählt und SP-intern schon bald für höhere Weihen wie ein Regierungsratsamt gehandelt. Doch Stoll winkte letzten April ab. Er wolle zum jetzigen Zeitpunkt lieber auf seinen Anwaltsberuf als auf die Berufspolitik setzen. Von seiner Ortspartei, der SP Liestal, liess er sich aber wieder für die Landratswahlen für die Periode 2019 bis 2023 nominieren.

Keine halben Sachen

Jetzt folgt der Rückzug: Stoll verzichtet im nächsten März auf eine erneute Landratskandidatur. Gegenüber der bz begründete er dies gestern Abend so: "Meine berufliche Auslastung ist inzwischen so gross, dass ich Beruf und Politik nicht mehr weitere vier Jahre im bisherigen Rahmen unter einen Hut bringe."

Stoll, der sich auf Familienrecht spezialisiert hat, macht ein Beispiel für seine Belastung: Vor den Fraktionssitzungen gehe er jeweils um fünf Uhr morgens ins Büro, um noch etwas arbeiten zu können. Und eine halbe Sache kommt für ihn nicht in Frage: Wenn er antrete, wolle er die Legislatur auch beenden, sagt Stoll.

Amtsperiode wird aber noch beendet

Folgerichtig beendet er auch die laufende Amtsperiode im Landrat, die noch bis Mitte 2019 dauert. Ob er eines Tages wieder in die Politik zurückkehrt, lässt Stoll offen. In den nächsten Jahren sei das aber sicher nicht der Fall. So trete er auch nicht zu den Liestaler Stadtratswahlen im übernächsten Jahr an.

Die SP Liestal will jetzt ihre zwei Sitze mit einem alten Bekannten sichern. Der Vorstand nominierte gestern Abend anstelle von Diego Stoll den momentanen Liestaler Einwohnerratspräsidenten Peter Küng nach, wie Ortspräsident Patrick Mägli auf Nachfrage mitteilte. Küng trat 2015 wegen der Amtszeitbeschränkung aus dem Landrat zurück.