Der Gamsbock-"Jährling" sei erst vor kurzem betäubt und besendert worden, teilte die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) am Dienstag mit. Der GPS-Sender teilt nun per SMS seinen Standort mit, womit die Bewegungen laufend erfasst und kartiert werden. Auf der VGD-homepage sind dazu wöchentliche Karten-Updates vorgesehen.

Derzeit sei der Bock im Raum Grellingen-Pfeffingen-Duggingen im vorderen Laufental im Waldgebiet unterwegs, hiess es weiter. Ausgesucht wurde er, weil ältere Gamsböcke meist die männlichen Jungtiere aus dem Rudel vertreiben und sich diese dann ein neues Revier suchen müssen. Das passiert meist im dritten Lebensjahr.

GPS-Krawatte

Der GPS-Bock ist dieser Tage im Gelände noch gut zu erkennen, solange sein rotes Senderhalsband noch nicht Waldfarben angenommen hat, wie bei der VGD auf Anfrage zu erfahren war. Jäger sind für ihn übrigens offiziell keine Gefahr, da nur sehr wenige Gämsen per Abschussplan stünden und einzelnen Jägern genau zugeordnet seien.

Die Behörden schätzen den Gamsbestand im Kanton Baselland derzeit auf insgesamt rund 120 bis 150 Tiere. Gut die Hälfte sind im Gebiet Passwang-Belchen-Schafmatt daheim, sowie rund 50 Tiere im Grossraum Blauen zwischen Birs und Elsässer Grenze. Der Bestand schwankt stark; manche Gämsen begeben sich mitunter auf Solothurner Boden.

Im Jura-Gebiet waren Gämsen laut VGD zwar schon im Mittelalter heimisch, wie Knochenfunde bei der Ruine Froburg ob Trimbach SO und bei Nenzlingen BL belegten. Später ist diese Bergziegenart am Jura abhanden gekommen. Der Baselbieter Kantonsoberförster setzte 1959 zwecks Wiederansiedelung bei Waldenburg BL zehn Gämsen aus.