«Mein Herz schlägt für Yamaha. Ich bin gezüchtet worden.» Kein Wunder, sonst gehörte der Baselbieter Dominique Mathys nicht zu den acht weltbesten Yamaha-Motorradmechanikern. Der 28-jährige Töffmechaniker wies sowohl an den nationalen Titelkämpfen als auch in Amsterdam an der europäischen Ausscheidung sämtliche Konkurrenten in die Schranken. Dank dieser Erfolge qualifizierte sich Mathys für die Weltmeisterschaft, den Yamaha World Technician Grand Prix 2016, im japanischen Iwata. Dort lief es dem Lampenberger an diesem einen Wettkampftag aber nicht nach Wunsch. Er hat das Podest verpasst, nimmt es aber locker und sportlich.

Ausgerechnet in seiner Paradedisziplin, dem sogenannten Troubleshooting, patzte Dominique Mathys. Die Aufgabe: Der Motor läuft, aber nicht richtig. Das Diagnosegerät nutzte dabei nichts, weil es keine Fehler anzeigte. Mathys vermutete eine defekte Zündung, erst später stellte sich heraus, dass es die Einspritzung war. «Ich habe nicht optimal gearbeitet», übt der Yamaha-Spezialist Selbstkritik, «danach fehlte mir die Zeit, um die Aufgabe zu beenden, was mich wahrscheinlich einen Podestplatz kostete.» Denn er hätte den Mangel innert 80 Minuten beheben müssen. Er könne sich dieses Missgeschick noch heute nicht erklären, aber er werde das Ganze noch rekonstruieren und analysieren.

«Alles war brutal durchorganisiert»

«Die Entscheidung war sehr knapp», sagt Dominique Mathys. Das Glück, das er in den vorigen Wettbewerben gehabt hatte, fehlte ihm in Asien. Die Plätze vier bis acht wurden nicht ermittelt. «Ich habe eine riesen Freude, dass ich es so weit geschafft habe.» Insgesamt nahmen weltweit 33 000 Töffmechaniker an Qualifikationsanlässen teil. Für ihn als Yamaha-Liebhaber mit all den Eindrücken aus Japan sowie einem schönen Pokal und netten Brief des höchsten Yamaha-Präsidenten sei das schon ein wärmendes Gefühl, erzählt Mathys. «Es war eine lässige Erfahrung, aber ich bleibe mit beiden Füssen auf dem Boden.»

Nach dem anspruchsvollen Wettbewerb folgte für die WM-Teilnehmer eine zweitägige Rundreise. Sie besichtigten die Tempel von Kyoto und lernten die Geschichte des Landes der aufgehenden Sonne ansatzweise kennen. «Japaner sind sehr freundlich, sie sagen lieber sechsmal danke als nur einmal», berichtet der begeisterte Lampenberger. Und findet auch für die Wettkampf-Organisation nur lobende Worte: «Alles war brutal durchorganisiert und wurde mehrfach abgecheckt – einfach perfekt. Nichts wurde dem Zufall überlassen.»

Für Mathys war es ein «positives Erlebnis durch und durch», aber auch etwas Einmaliges. Eine weitere Teilnahme an diesem Wettbewerb ist nicht erlaubt. Auf die Frage, was ihn von einem «normalen» Motorradmechaniker unterscheide, meint er bescheiden: «Es ist einzig die Herausforderung zu wissen, was Yamaha von uns wissen will. Was ein Yamaha-Töffmechaniker wissen muss, damit er in ein Ranking eingestuft werden kann.» Schiebt aber nach, dass für derartige Prüfungen zusätzlicher Aufwand notwendig sei, und man an Wettbewerben vor allem unter Druck präzise und schneller arbeiten müsse. Mit der Meisterprüfung, die Dominique Mathys letztes Jahr abgelegt hat, hat er sich fundiertes Basiswissen und Systemkenntnisse erworben, was vorteilhaft war. Mathys selber fährt eine 1000er-Yamaha. «Beim Fahren kann ich gut abschalten, dann ist der Beruf Nebensache.»

Nun wartet der elterliche Betrieb

Auch ohne Wettbewerbe warten auf Dominique Mathys künftig grosse Herausforderungen. Er arbeitet im Familienbetrieb in Füllinsdorf zusammen mit seinen Eltern, seinem Bruder und einer Lehrtochter. «Das funktioniert sehr gut.» In absehbarer Zeit werden Dominique Mathys und sein Bruder Philippe den elterlichen Betrieb übernehmen. Dieser bietet Yamaha-Modelle an, die zwischen rund 2500 und 20 000 Franken kosten.

Die Mathys’ haben nicht nur privat und beruflich miteinander zu tun, sondern teilen sich auch das Hobby: Der Vater und die Söhne spielen im Musikverein Lampenberg. Diese Musik klingt für sie fast so schön in den Ohren wie der Krach von dröhnenden Töffmotoren.