Der Margarethenstich, die geplante neue Tramverbindung an der Kantonsgrenze zwischen Basel und Binningen, hat eine weitere wichtige Hürde genommen: Die vorberatende Bau- und Planungskommission (BPK) des Landrats sagt mit 11 zu 0 Stimmen bei zwei Enthaltungen Ja zum Bau des 300 Meter langen Tramteilstücks, das eine schnelle Direktverbindung vom Leimental an den Basler Bahnhof SBB ermöglicht. Nun muss am 9. Februar noch der Landrat grünes Licht zu dem von beiden Basel geplanten Tramprojekt geben.

Der Basler Grosse Rat hat seinerseits dem Baukredit bereits im Januar 2015 zugestimmt. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 21 Millionen Franken, davon trägt Baselland 14,4 Millionen. Mit dem Bau begonnen wird gemäss Regierungsvorlage im Frühling 2018, in Betrieb gehen soll die neue Linie Ende 2020.

In der BPK wurde die Margarethenstich-Vorlage als «grundsätzlich gut» gewürdigt. Es gehe beim Bau weniger um den Zeitgewinn von rund fünf Minuten, den die Pendler auf ihrer Fahrt vom Leimental an den Basler Bahnhof SBB erzielen, als vielmehr um die nötige Kapazitätserweiterung, hiess es in der Kommissionsdebatte.

Die Baselland Transport AG (BLT) wird das erwartete Fahrgastwachstum auf der Linie nach eigenen Angaben bei gleichbleibenden Betriebskosten bewältigen können. Diskussionen und Kritik gab es zur Ausführung und zu flankierenden Massnahmen: Der Margarethenhügel mit der Margarethenkirche ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz verzeichnet. Die Vorgabe, wonach wegen der Schutzbestimmungen eine spezielle Stützmauer zu errichten sei, stiess bei einigen BPK-Mitgliedern auf Unverständnis.

116'000 Franken für Schnecken

Der Mehrwert einer solchen Mauer sei nicht gegeben, hiess es. Diese könne sich der Kanton Baselland angesichts der derzeitigen finanziellen Situation schlicht nicht leisten. Dem hielten andere entgegen, dass das Projekt ohne die speziellen gestalterischen Massnahmen vom Bund nicht bewilligt würde. Dieser beteilige sich zudem an den Kosten für die Mauerverkleidung von rund 900'000 Franken. Nicht weniger heiss verliefen die Diskussionen um eine Vorgabe des Naturschutzes: Demnach müssen die in der heutigen Böschung des Dorenbachviadukts lebenden seltenen Schneckenarten umgesiedelt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 116'000 Franken.

In den Medien wurden in der Vergangenheit zudem Bedenken geäussert, wonach es wegen der Tramquerungen auf der Baslerstrasse/Binningerstrasse zu Staus kommen könnte. Die Kantonsverwaltung überzeugte die BPK-Mitglieder mit einer Simulation: Demnach ist der Einfluss des Trams auf den Autoverkehr mit zehn Tramquerungen pro Stunde gering. Für die Steuerungen sind Lichtsignalanlagen geplant – nicht etwa Barrieren mit langen Vorlaufzeiten.